{"title":"Ortofon","description":"\u003cp\u003e\u003cstrong\u003e\"Source first.\"\u003c\/strong\u003e\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eOrtofon beschäftigt sich seit über einem Jahrhundert mit der Aufnahme und Wiedergabe von Musik und seit 1948 mit Moving-Coil-Tonabnehmern. Heute reicht das Programm der dänischen Analog-Spezialisten vom unkomplizierten MM-System bis zu einigen der anspruchsvollsten MC-Tonabnehmer am Markt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie bekannte 2M-Serie bietet einen besonders schönen Einstieg und einen nachvollziehbaren Upgrade-Pfad, während MC X, Quintet und Cadenza immer tiefer in die Welt hochwertiger Moving-Coil-Systeme führen. \u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWas davon das richtige System ist, entscheidet allerdings nicht allein der Preis. Tonarm, Plattenspieler, Phonostufe und persönliche Hörvorlieben müssen zusammenpassen. Genau deshalb verstehen wir Tonabnehmer bei Longtone nicht als Zubehör von der Stange, sondern als einen der wichtigsten Teile einer guten analogen Kette.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDenn ganz am Anfang steht immer diese eine, winzige Stelle, an der Diamant auf Vinyl trifft.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAlles danach kann nur mit dem arbeiten, was dort passiert.\u003c\/p\u003e","products":[{"product_id":"ortofon-2m-red","title":"Ortofon 2M Red","description":"\u003cp\u003eDer 2M Red ist seit Jahren einer der bekanntesten Moving-Magnet-Tonabnehmer überhaupt und wahrscheinlich auf mehr Plattenspielern zu finden als so manches deutlich exotischere System. Das macht ihn nicht langweilig. Im Gegenteil. Der 2M Red ist genau deshalb so erfolgreich, weil er eine ziemlich schwierige Aufgabe erstaunlich gut löst: Er bringt mehr Energie, mehr Raum und mehr musikalische Ordnung aus der Rille, ohne aus dem Einstieg in gutes Analog-HiFi eine Wissenschaft zu machen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEr ist offen, direkt und rhythmisch. Ein wenig warm, aber keineswegs gemütlich eingedickt. Er zeigt deutlich mehr von einer Aufnahme als viele sehr einfache Seriensysteme, bewahrt sich dabei aber eine gewisse Großzügigkeit. Nicht jede Platte muss audiophil produziert sein, damit man sie mit ihm genießen kann.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist für uns ein wichtiger Punkt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDenn der Sinn eines neuen Tonabnehmers besteht nicht darin, plötzlich festzustellen, dass man die Hälfte seiner Plattensammlung nicht mehr hören möchte.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Sinn besteht darin, sie neu zu entdecken.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eBeim 2M Red beginnt das häufig mit dem Mittelton. Stimmen stehen klarer im Raum, Gitarren bekommen mehr Struktur und ein Klavier besitzt plötzlich deutlich mehr Anschlag und Körper. Dazu kommt ein Hochton, der offener und definierter spielt als bei vielen einfachen Standardsystemen, ohne den ganzen Abend nur darauf hinzuweisen, wie viele Becken ein Schlagzeug besitzt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuch der Bass verändert sich.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNicht unbedingt dadurch, dass plötzlich mehr davon vorhanden wäre. Sondern dadurch, dass er besser organisiert wird. Basslinien lassen sich leichter verfolgen, eine Kickdrum bekommt eine klarere Kontur und rhythmische Musik beginnt stärker zu ziehen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas 2M Red ist dabei kein besonders zurückhaltender Tonabnehmer.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs hat Energie.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin Rockalbum darf knallen. Funk darf federn. Elektronische Musik darf pulsieren. Eine Stimme darf nah sein. Gerade bei Musik, die von Rhythmus und direkter Ansprache lebt, versteht man ziemlich schnell, warum dieses kleine rote System so viele Fans gefunden hat.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eOrtofon selbst beschreibt den 2M Red als offen und dynamisch mit einer leichten Wärme. Das trifft seinen Charakter ziemlich gut.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eTechnisch handelt es sich um ein klassisches Moving-Magnet-System. Das ist gerade für den Einstieg eine ausgesprochen angenehme Lösung. Der Ausgangspegel liegt bei kräftigen 5,5 mV, wodurch der 2M Red mit praktisch jeder vernünftigen MM-Phonostufe funktioniert. Man braucht keinen exotischen MC-Übertrager, keine besonders rauschfreie Hochverstärkung und keine lange Tabellenstudie zur richtigen Impedanz. Ein guter MM-Eingang mit 47 kOhm reicht grundsätzlich aus. Ortofon empfiehlt eine Kapazität zwischen 150 und 300 pF.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas klingt zunächst nach Nebensache, ist im Alltag aber sehr sympathisch.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer 2M Red möchte Musik spielen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEr möchte nicht zum neuen Teilzeitjob werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Generator arbeitet mit Ortofons Split-Pole-Pin-Technologie und vier Spulen mit OFC-Kupferdraht. Die Konstruktion soll das Verhalten klassischer Moving-Magnet-Systeme verbessern und eine sauberere, präzisere Signalgewinnung ermöglichen. Das System erreicht dabei eine Kanaltrennung von 22 dB bei 1 kHz und einen Frequenzgang von 20 Hz bis 20 kHz mit einer angegebenen Abweichung von +3\/-1 dB.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie wichtigere Zahl sitzt allerdings ganz vorne.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDort arbeitet ein elliptisch geschliffener Diamant auf einem Aluminium-Nadelträger. Der Schliff besitzt Radien von 8\/18 µm. Im Vergleich zu sehr einfachen sphärischen Nadeln kann ein elliptischer Schliff die Modulationen in der Rille genauer verfolgen, insbesondere dort, wo die Rillen enger und komplexer werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas hört man vor allem bei komplexeren Passagen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eStimmen bleiben besser voneinander getrennt. Streicher werden weniger zu einer geschlossenen Fläche. Becken behalten mehr Struktur. Und gegen Ende einer Plattenseite, wo die Rillengeschwindigkeit sinkt und die Abtastung schwieriger wird, hat ein sauber justiertes elliptisches System einen klaren Vorteil gegenüber sehr einfachen Nadelformen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer 2M Red ist trotzdem kein Tonabnehmer, der jede Information aus der Rille kratzt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas soll er auch gar nicht sein.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWeiter oben in der 2M-Serie wird es feiner, präziser und deutlich auflösender. Genau das macht die Serie so sinnvoll. Der Red markiert nicht das Ende, sondern einen sehr guten Anfang.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd Ortofon hat diesen Upgrade-Weg erfreulich clever gelöst.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Nadeleinschübe von 2M Red, 2M Blue und 2M Silver sind innerhalb dieser Gruppe austauschbar. Wer später mehr möchte, kann den vorhandenen Red-Generator behalten und einfach auf eine 2M-Blue-Nadel wechseln. Ortofon empfiehlt diesen Schritt ausdrücklich als Upgrade. Die Blue-Nadel verwendet einen nackten elliptischen Diamanten und kann dadurch noch präziser abtasten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist einer unserer Lieblingspunkte am 2M Red.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMan kauft keinen Tonabnehmer, der nach zwei Jahren komplett ersetzt werden muss, nur weil die Ansprüche gewachsen sind.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMan kann anfangen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eHören.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eErfahrungen sammeln.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd später einfach die Nadel aufrüsten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist Analog-HiFi, wie es sein sollte.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Nadeleinschub selbst ist natürlich ebenfalls separat erhältlich. Ortofon nennt bei guter Pflege eine Lebensdauer von bis zu etwa 1000 Stunden, bevor eine relevante Leistungseinbuße auftreten muss. Wie lange eine Nadel in der Praxis hält, hängt natürlich von Plattenzustand, Sauberkeit, korrekter Auflagekraft und Justage ab.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd genau da sollten wir über einen Punkt sprechen, der bei Tonabnehmern wichtiger ist als fast jede Produktbeschreibung.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMontage.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer beste Tonabnehmer klingt mittelmäßig, wenn er schlecht eingestellt ist.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer 2M Red arbeitet mit einer empfohlenen Auflagekraft von 1,8 Gramm. Der zulässige Bereich liegt zwischen 1,6 und 2,0 Gramm. Seine dynamische Compliance beträgt 20 µm\/mN, das System wiegt 7,2 Gramm und passt dadurch zu einer großen Zahl klassischer mittelschwerer Tonarme.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAber Gewicht und Schrauben allein reichen nicht.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eÜberhang, Kröpfung, Auflagekraft, Antiskating und Tonarmhöhe sollten stimmen. Besonders bei einem elliptischen Schliff lohnt sich eine saubere Justage, denn je präziser die Nadel die Rille lesen kann, desto stärker profitiert sie davon, auch wirklich richtig darin zu stehen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWir montieren Tonabnehmer deshalb nicht nach Augenmaß und einem optimistischen „wird schon passen“.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEine gute Einstellung kostet ein wenig Zeit.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDanach hat man sehr lange etwas davon.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuch beim Gehäuse hat Ortofon auf Alltagstauglichkeit geachtet. Das markante rote 2M-Design entstand gemeinsam mit dem dänischen Industriedesignbüro Møller Jensen Design und ist inzwischen fast schon ein kleiner Klassiker. Die facettierte Form orientiert sich optisch an einem Diamanten und wurde gleichzeitig so gestaltet, dass die Montage und Ausrichtung auf vielen gängigen Headshells vergleichsweise unkompliziert bleibt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMan erkennt einen 2M Red sofort.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSchwarz.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eRot.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin bisschen technisch, ein bisschen futuristisch und inzwischen so vertraut, dass er auf einem modernen Rega genauso selbstverständlich aussieht wie auf einem klassischen Technics.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWobei es bei Rega einen wichtigen Punkt gibt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas normale 2M-Gehäuse baut relativ hoch. Für bestimmte Plattenspieler und Tonarme mit geringer Bauhöhe bietet Ortofon deshalb die flachere 2MR-Serie an. Der 2MR Red nutzt denselben grundsätzlichen Ansatz und dieselbe Red-Nadel, besitzt aber ein speziell niedrigeres Gehäuse, das unter anderem für Rega-Tonarme gedacht ist.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWelche Variante sinnvoll ist, hängt also vom Plattenspieler ab.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas normale 2M Red passt zu sehr vielen klassischen Tonarmen. Für SME-kompatible S-förmige Arme gibt es außerdem eine vormontierte Version auf Ortofons SH-4-Headshell, und für Konstruktionen mit Bodenmontage existiert die Verso-Version.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie 2M-Serie ist dadurch ungewöhnlich universell.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNicht universell im Sinn von „irgendwie anschrauben und hoffen“.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSondern im Sinn von: Für sehr viele klassische Plattenspieler gibt es eine mechanisch wirklich passende Lösung.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eKlanglich würden wir den 2M Red vor allem Menschen empfehlen, die von einem sehr einfachen Standardsystem kommen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDenn dort ist der Sprung oft am größten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin guter Plattenspieler kann deutlich mehr, als sein ab Werk montierter Billigtonabnehmer zeigt. Das Laufwerk hält die Geschwindigkeit stabil. Der Tonarm führt sauber. Die Lager funktionieren. Aber ganz vorne sitzt ein System, das nur einen Teil dessen aus der Rille herausholt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDann wird ein Tonabnehmerwechsel interessant.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer 2M Red kann aus so einer Anlage plötzlich mehr Raum herausholen. Stimmen lösen sich besser. Der Bass bekommt Kontur. Gitarren haben mehr Textur. Zwischen den Instrumenten entsteht mehr Luft.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMan hört nicht einfach „mehr Höhen“.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMan versteht die Aufnahme besser.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist ein Unterschied.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd vielleicht liegt darin die eigentliche Stärke des 2M Red.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEr hat genug Auflösung, um einen Plattenspieler hörbar nach vorne zu bringen, aber noch nicht diesen Charakter eines Systems, das jede kleine Schwäche der gesamten Kette gnadenlos aufdeckt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMan kann damit ganz hervorragend alte Platten hören.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGebrauchte Platten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eRockplatten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eIndie.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMetal.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSoul.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eHip-Hop.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eJazz.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuch die eine oder andere Pressung, die vermutlich nie einen Preis für audiophile Perfektion gewinnen wird.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Red macht daraus keine klinische Untersuchung.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEr spielt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas bedeutet nicht, dass er Fehler versteckt. Knistern bleibt Knistern. Eine schlechte Pressung bleibt eine schlechte Pressung. Aber seine leichte Wärme und der expressive Mittelton verhindern, dass jede Unvollkommenheit sofort zum Hauptdarsteller wird. Schon ein früher What-Hi-Fi-Test hob gerade den vollen, ausdrucksstarken Mittelton und die gute Detailauflösung hervor, während beim absoluten Bassdruck noch Luft nach oben gesehen wurde.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist auch heute noch eine ziemlich brauchbare Einordnung.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWer maximalen Tiefbass, höchste Feinauflösung und ultrafeine Raumstaffelung sucht, steigt innerhalb der Serie weiter auf.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWer einen richtig guten, unkomplizierten und musikalisch lebendigen Einstieg sucht, ist beim Red sehr schnell zuhause.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd er funktioniert wunderbar als Referenzpunkt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMit dem 2M Red beginnt man nämlich Unterschiede zu hören.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWie viel eine bessere Phonostufe ausmacht.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWas eine saubere Justage verändert.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWarum eine Plattenwäsche sinnvoll ist.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWieso ein stabiler Tonarm wichtig ist.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd irgendwann vielleicht auch, warum man plötzlich über einen 2M Blue nachdenkt, obwohl man sich geschworen hatte, dieses HiFi-Thema völlig entspannt anzugehen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSo fängt es meistens an.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin neues System.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDann noch eine Platte.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDann nur kurz die Phonostufen vergleichen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd plötzlich ist Sonntagabend.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnsere Meinung\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Ortofon 2M Red ist kein exotischer Geheimtipp.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas muss er auch nicht sein.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEr ist bekannt, weil er funktioniert.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWeil er auf sehr viele Plattenspieler passt. Weil er unkompliziert mit MM-Phonostufen zusammenspielt. Weil seine 5,5 mV Ausgangsspannung im Alltag völlig unproblematisch ist. Weil sich die Nadel tauschen lässt. Und weil man später sogar unkompliziert auf eine 2M-Blue-Nadel aufrüsten kann.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eVor allem aber macht er aus Vinyl keine akademische Übung. Der 2M Red hat Energie, Farbe und einen schönen musikalischen Zug. Er spielt offen, direkt und mit genau genug Wärme, um auch abseits audiophiler Musterplatten Spaß zu machen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eFür uns ist er deshalb einer der sinnvollsten Schritte weg vom einfachen Standardsystem und hinein in ernsthaftes Analog-HiFi.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNicht das Ende der Reise. Aber ein verdammt guter Ort, um sie zu beginnen.\u003cbr\u003e\u003c\/p\u003e\n\u003cdiv style=\"all: initial;\" class=\"notranslate\"\u003e\u003cbr\u003e\u003c\/div\u003e\n\u003cdiv style=\"all: initial;\" class=\"notranslate\"\u003e\u003cbr\u003e\u003c\/div\u003e","brand":"Ortofon","offers":[{"title":"Default Title","offer_id":54113157185883,"sku":null,"price":99.0,"currency_code":"EUR","in_stock":true}],"thumbnail_url":"\/\/cdn.shopify.com\/s\/files\/1\/0843\/6934\/2811\/files\/Ortofon_2M_Red_Tilt_Left_01.webp?v=1789738802"},{"product_id":"ortofon-2m-blue","title":"Ortofon 2M Blue","description":"\u003cp\u003eDas Ortofon 2M Blue ist für uns einer dieser Tonabnehmer, bei denen die eigentliche Faszination nicht darin liegt, dass plötzlich alles anders klingt. Es liegt vielmehr darin, dass auf einmal mehr von dem da ist, was vorher schon in der Rille steckte: mehr Luft zwischen den Instrumenten, mehr Struktur in Stimmen, mehr Kontur im Bass und dieses schöne Gefühl, dass die Musik sich ein Stück weiter von den Lautsprechern löst.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWer vom 2M Red kommt, versteht den Unterschied meist ziemlich schnell. Der grundsätzliche Charakter der 2M-Familie bleibt erhalten, aber das Blue wirkt erwachsener, feiner und freier. Ortofon selbst beschreibt es gegenüber dem Red als offener, dynamischer und detailreicher, und genau dort liegt auch der wesentliche Schritt. Es geht nicht darum, plötzlich möglichst viele kleine Nebengeräusche aus einer Platte zu ziehen, sondern darum, musikalische Zusammenhänge sauberer zu erfassen. Ein Basslauf lässt sich leichter verfolgen, eine Stimme bekommt mehr Textur, der Nachhall eines Raums bleibt länger stehen und komplexe Passagen wirken weniger dicht gedrängt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer entscheidende Unterschied sitzt dabei ganz vorne.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas 2M Blue verwendet einen nackten elliptischen Diamanten, einen sogenannten Nude Elliptical Stylus. Beim 2M Red wird der eigentliche Diamant auf einen kleinen Träger gesetzt, beim Blue ist der Diamant selbst direkt mit dem Nadelträger verbunden. Dadurch lässt sich die bewegte Masse reduzieren, und genau das ist bei einem Tonabnehmer ausgesprochen wertvoll, denn die Nadel muss winzigen Richtungsänderungen in der Plattenrille folgen, und zwar mehrere tausend Mal pro Sekunde, ohne dabei den Kontakt zur Rille zu verlieren oder unnötige Energie mit sich herumzutragen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Schliff bleibt elliptisch, der Aufbau wird aber feiner.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eOrtofon gibt für den Diamanten einen Radius von 8\/18 µm an und kombiniert ihn mit einem Aluminium-Nadelträger. Die Abtastfähigkeit steigt gegenüber dem Red ebenfalls, offiziell auf 80 µm bei 315 Hz. Das sind zunächst trockene Zahlen, aber sie beschreiben ziemlich genau, warum das Blue bei schwierigen Passagen souveräner wirkt: Die Nadel kann den Modulationen in der Rille genauer folgen und bewegt sich dabei leichter.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas merkt man besonders dort, wo Vinyl anspruchsvoll wird.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAm Ende einer Plattenseite beispielsweise liegen die Rillen enger zusammen, die lineare Geschwindigkeit unter der Nadel sinkt, und komplexe Hochtoninformationen werden schwieriger abzutasten. Ein besserer Diamant und eine geringere bewegte Masse können hier einen deutlichen Unterschied machen. Stimmen behalten mehr Sauberkeit, Becken fransen weniger aus und dicht arrangierte Musik bleibt geordneter, anstatt gegen Ende der Seite langsam nervös zu werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Blue macht daraus kein technisches Spektakel.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs klingt einfach entspannter.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist überhaupt eine Qualität, die wir an diesem Tonabnehmer mögen. Er löst besser auf als das Red, ohne in diese Falle zu geraten, in der plötzlich jedes Knacken und jede mittelmäßige Pressung zum Hauptdarsteller wird. Die zusätzliche Information wird nicht wie unter einer Lupe präsentiert, sondern fügt sich in die Musik ein.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGenau deshalb funktioniert das 2M Blue mit sehr unterschiedlichen Platten so gut.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMan kann damit eine sauber produzierte Jazzaufnahme hören und bekommt diese wunderbare Mischung aus Raum, Körper und kleinen dynamischen Nuancen. Danach kann eine alte Rockplatte folgen, die vielleicht nicht mit dem Anspruch produziert wurde, fünfzig Jahre später auf einer audiophilen Anlage seziert zu werden, und trotzdem bleibt der Spaß erhalten. Elektronische Musik profitiert vom saubereren Bass, Soul und Singer-Songwriter-Aufnahmen von der feineren Stimmwiedergabe, und bei gut aufgenommenen akustischen Instrumenten versteht man schnell, was mit besserer Abtastung eigentlich gemeint ist.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Blue spielt nicht spektakulärer.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs spielt genauer.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd genau dadurch wirkt Musik größer.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin sauber abgetasteter Bass ist beispielsweise nicht zwingend fetter. Oft passiert sogar das Gegenteil: Er wird schlanker, aber körperlicher, weil Anfang und Ende eines Tons deutlicher werden. Man hört nicht nur einen tiefen Ton, sondern auch, wie er angeschlagen oder gezupft wurde und wie er anschließend ausschwingt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eBei Stimmen passiert etwas Ähnliches.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEine Stimme bekommt nicht automatisch mehr Präsenz, nur weil ein Tonabnehmer besser ist. Aber kleine Veränderungen in der Artikulation, Atem, Mikrofonabstand und Raum werden klarer nachvollziehbar. Dadurch entsteht dieses schöne Gefühl von Nähe, ohne dass die Stimme künstlich aus dem Mix herausgezogen wird.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist wesentlich interessanter als ein Tonabnehmer, der einfach nur heller spielt und dadurch beim ersten Vergleich vermeintlich mehr Details liefert.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eTechnisch basiert das 2M Blue auf Ortofons bewährter Moving-Magnet-Konstruktion mit vier Spulen, OFC-Kupferdraht und Split-Pole-Pins. Diese geteilten Polstifte sind eine eigene Ortofon-Technologie, mit der sich der Frequenzgang eines MM-Systems linearer gestalten lässt und die nach Aussage des Herstellers Eigenschaften klassischer Moving-Coil-Systeme näherbringen soll.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eTrotz dieses technischen Aufwands bleibt das Blue im Alltag angenehm unkompliziert.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMit einer Ausgangsspannung von 5,5 mV liefert es ein kräftiges Signal und funktioniert mit praktisch jeder hochwertigen MM-Phonostufe. Der empfohlene Abschluss liegt klassisch bei 47 kOhm, die Kapazität sollte sich insgesamt zwischen 150 und 300 pF bewegen. Das System verlangt also keine exotische Verstärkung und keine MC-Phonostufe mit verstellbarer Impedanz, sondern lässt sich sehr unkompliziert in eine bestehende Anlage integrieren.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas macht den 2M Blue für uns besonders spannend, weil er bereits weit genug in Richtung ernsthaftes Analog-HiFi geht, ohne die Sache unnötig kompliziert zu machen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMan braucht keinen besonderen Übertrager, kein Spezialwissen über interne Spulenimpedanzen und auch keine Phonostufe mit zwanzig Schaltern auf der Unterseite. Eine gute MM-Stufe, vernünftige Verkabelung und vor allem eine saubere Einstellung des Tonabnehmers reichen völlig.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie empfohlene Auflagekraft liegt wie beim 2M Red bei 1,8 Gramm. Ortofon erlaubt einen Bereich von 1,6 bis 2,0 Gramm, wobei wir grundsätzlich mit dem empfohlenen Wert beginnen würden. Die dynamische Compliance liegt bei 20 µm\/mN, das Gewicht bei 7,2 Gramm. Damit passt das Blue sehr gut zu einer großen Zahl moderner und klassischer mittelschwerer Tonarme.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEntscheidend bleibt trotzdem die Justage.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin nackter elliptischer Diamant kann sehr präzise arbeiten, möchte dafür aber auch korrekt in der Rille stehen. Überhang, Kröpfung, Auflagekraft und Antiskating sollten also nicht nach Augenmaß eingestellt werden, und je nach Tonarm lohnt auch ein Blick auf die Tonarmhöhe.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist keine komplizierte Wissenschaft, aber es macht einen hörbaren Unterschied.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin Blue, das sauber justiert ist, klingt offener, stabiler und ruhiger als eines, das einfach ungefähr gerade in die Headshell geschraubt wurde. Gerade im Hochton und bei der räumlichen Abbildung kann eine kleine Fehlstellung viel von dem verschenken, wofür man das bessere System eigentlich gekauft hat.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Schöne an der 2M-Serie ist, dass Ortofon das ganze Thema mechanisch sehr sinnvoll aufgebaut hat.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas klassische 2M Blue gibt es für die meisten gängigen Tonarme, daneben existiert die vormontierte Variante auf einer SH-4-Headshell für S-förmige Tonarme mit SME-kompatiblem Bajonett. Für Konstruktionen mit Unterseitenmontage gibt es die Verso-Version, und speziell für flach bauende Tonarme wie jene von Rega bietet Ortofon das 2MR Blue mit niedrigerem Gehäuse an.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGerade die 2MR-Version finden wir wichtig, weil das normale 2M-Gehäuse relativ hoch baut. Auf einem Rega kann dadurch sonst eine Anpassung der Tonarmhöhe notwendig werden, während das 2MR genau dafür entwickelt wurde, diese Geometrie ohne zusätzliche Distanzstücke besser zu treffen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eBesonders charmant ist aber der Upgrade-Pfad innerhalb der Serie.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWer bereits ein 2M Red besitzt, muss nicht den kompletten Tonabnehmer austauschen, um den Schritt zum Blue zu machen. Der Red- und Blue-Generator sind mechanisch miteinander kompatibel, und Ortofon sieht die 2M-Blue-Nadel ausdrücklich als Upgrade für das 2M Red vor. Der vorhandene Tonabnehmerkörper bleibt am Arm, die rote Nadel wird abgezogen und durch den blauen Nude-Elliptical-Einschub ersetzt. Da der Body dabei nicht bewegt wird, ist anschließend auch keine erneute Tonabnehmerausrichtung notwendig.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist ein erstaunlich sinnvoller Weg, einen Plattenspieler aufzurüsten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGerade bei einem guten Einsteiger- oder Mittelklasse-Laufwerk ist der Schritt vom Red zum Blue oft groß genug, dass man ihn sofort versteht, aber klein genug, dass man dafür nicht die gesamte Anlage neu denken muss. Der vorhandene Tonarm bleibt, die Phonostufe bleibt, sogar der Tonabnehmerkörper bleibt, und trotzdem bekommt man durch den besseren Diamanten mehr Ruhe, Auflösung und Feindynamik.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWir mögen solche Upgrades.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSie zeigen ziemlich schön, dass Analog-HiFi nicht immer bedeuten muss, jedes Mal das komplette Gerät zu ersetzen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuch bei der späteren Wartung ist das Blue angenehm unkompliziert. Die Nadel ist austauschbar und Ortofon nennt bei korrekter Pflege bis zu etwa 1000 Stunden mögliche Nutzungsdauer ohne nennenswerten Leistungsverlust. Wie lange eine Nadel tatsächlich hält, hängt natürlich stark davon ab, wie sauber die Platten sind, ob die empfohlene Auflagekraft eingehalten wird und ob der Diamant regelmäßig vernünftig gereinigt wird.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eTausend Stunden sind trotzdem eine Menge Musik.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eBei fünf Plattenseiten pro Woche reden wir über Jahre.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd irgendwann wird aus diesem kleinen blauen Kunststoffteil vielleicht eine erstaunlich genaue Chronik dessen, was man in dieser Zeit alles gehört hat.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Design ist inzwischen ohnehin ein Klassiker. Die kantige 2M-Form entstand ursprünglich gemeinsam mit dem dänischen Designbüro Møller Jensen und sieht auch nach vielen Jahren noch eigenständig aus. Das Blue trägt denselben schwarzen Grundkörper wie seine Geschwister, bekommt aber natürlich den markanten blauen Nadeleinschub.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMan erkennt es sofort.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuf einem modernen Plattenspieler wirkt es technisch und klar, auf einem älteren Laufwerk beinahe ein wenig futuristisch. Und weil die 2M-Serie inzwischen so verbreitet ist, hat das Design etwas angenehm Vertrautes bekommen. Man muss nicht erst erklären, was da vorne am Tonarm hängt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eTrotzdem würden wir das 2M Blue nicht einfach als „besseres Red“ abtun.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDafür verändert der Nude-Elliptical-Diamant zu viel.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Blue gehört für uns zu jener Klasse von Tonabnehmern, bei der man beginnt, die Unterschiede zwischen Pressungen, Phonostufen und Plattenspielern wirklich zu verstehen. Nicht, weil es analytisch oder gnadenlos wäre, sondern weil es genug Information aus der Rille holt, um diese Unterschiede nachvollziehbar zu machen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEine gute Pressung öffnet sich stärker.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEine bessere Phonostufe bringt mehr Ruhe und Raum.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin stabileres Laufwerk zeigt mehr Timing.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd eine wirklich saubere Justage zahlt sich plötzlich deutlich aus.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist der Moment, an dem Vinylhören ein Stück tiefer geht.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNicht komplizierter.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNur interessanter.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGerade deshalb sehen wir das 2M Blue als einen der Sweet Spots innerhalb der 2M-Familie. Das Red ist ein hervorragender Einstieg, und oberhalb des Blue warten mit Bronze und Black noch deutlich feinere Schliffe und ambitioniertere Konstruktionen. Aber beim Blue passiert etwas Entscheidendes: Man bekommt bereits einen nackten Diamanten, sehr gute Abtastfähigkeit und genügend Auflösung, um auch eine hochwertige Anlage ernsthaft zu bedienen, bleibt aber bei der unkomplizierten MM-Technik und einem System, das mit sehr unterschiedlichen Platten Spaß macht.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs ist ambitioniert, ohne neurotisch zu werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd das ist bei Tonabnehmern eine ziemlich attraktive Eigenschaft.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnsere Meinung\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Ortofon 2M Blue ist für uns der Punkt in der 2M-Serie, an dem aus einem sehr guten Alltags-Tonabnehmer ein wirklich ambitioniertes HiFi-System wird.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Nude-Elliptical-Diamant bringt hörbar mehr Ruhe, Offenheit und Präzision als beim 2M Red, ohne dessen unkomplizierten Charakter über Bord zu werfen. Der Bass wird konturierter, Stimmen bekommen mehr Textur, und die Bühne gewinnt an Tiefe und Stabilität, wobei das Blue trotzdem genügend Großzügigkeit besitzt, um nicht nur perfekt produzierte audiophile Platten interessant zu finden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDazu kommen die sehr hohe Alltagstauglichkeit, der kräftige 5,5-mV-Ausgang, die breite Kompatibilität mit MM-Phonostufen und der hervorragende Upgrade-Weg innerhalb der 2M-Familie.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWenn das 2M Red zeigt, wie viel mehr in einem guten Plattenspieler stecken kann, dann geht das Blue den entscheidenden Schritt weiter und zeigt, wie viel mehr eigentlich in der Platte steckt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd genau deshalb ist es seit Jahren eines unserer Lieblingssysteme in dieser Klasse.\u003cbr\u003e\u003c\/p\u003e","brand":"Ortofon","offers":[{"title":"Default Title","offer_id":54113209319771,"sku":null,"price":199.0,"currency_code":"EUR","in_stock":true}],"thumbnail_url":"\/\/cdn.shopify.com\/s\/files\/1\/0843\/6934\/2811\/files\/Ortofon_2M_Blue_Tilt_Left_01.webp?v=1789739016"},{"product_id":"ortofon-2m-bronze","title":"Ortofon 2M Bronze","description":"\u003cp\u003eBeim Ortofon 2M Bronze beginnt jener Bereich, in dem ein Tonabnehmer nicht mehr nur hörbar besser abtastet, sondern die Art verändert, wie man eine vertraute Platte wahrnimmt. Nicht, weil plötzlich überall Details auftauchen, die vorher vollkommen unsichtbar gewesen wären, sondern weil sich die Beziehungen innerhalb der Musik verändern: Instrumente stehen präziser zueinander, der Bass bekommt mehr Struktur, Stimmen lösen sich sauberer aus dem Geschehen und der Raum hinter einer Aufnahme wird nachvollziehbarer. Man hört nicht bloß mehr. Man versteht besser, was auf der Platte passiert.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGenau darin unterscheidet sich das Bronze für uns vom 2M Blue.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Blue ist ein hervorragender Tonabnehmer, unkompliziert, offen, musikalisch und bereits erstaunlich fein. Beim Bronze zieht Ortofon die Schraube aber deutlich weiter an. Der Generator ist aufwendiger aufgebaut, die Spulen verwenden versilberten OFC-Kupferdraht, und ganz vorne arbeitet kein elliptischer Diamant mehr, sondern ein nackter Fine-Line-Schliff. Bronze und Black bilden innerhalb der 2M-Serie deshalb auch eine eigene Gruppe; ihre Nadeln sind untereinander kompatibel, während Red, Blue und Silver auf der anderen Generatorfamilie sitzen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Nude Fine Line ist der eigentliche Schlüssel zum Charakter dieses Systems.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSein Profil ist deutlich schlanker als bei einer klassischen elliptischen Nadel. Ortofon gibt Radien von 8\/40 µm an, wodurch der Diamant eine längere und feinere Kontaktfläche mit den Rillenflanken erreicht. Besonders hochfrequente Informationen und sehr kleine Modulationen können dadurch genauer verfolgt werden, gleichzeitig verteilt sich der Kontakt auf eine größere Fläche der Rillenwand. Der Diamant ist dabei direkt mit dem Aluminium-Nadelträger verbunden und nicht auf ein zusätzliches Trägermaterial gesetzt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuf dem Papier klingt das nach Mikroskopie.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eBeim Hören eher nach Ruhe.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Bronze wirkt nicht deshalb präziser, weil es ständig mit Details winkt, sondern weil weniger Dinge ineinanderlaufen. Wenn eine Aufnahme dichter wird, bleibt mehr Ordnung erhalten. Ein Chor besteht länger aus einzelnen Stimmen. Ein Schlagzeug zerfällt nicht in eine diffuse Mischung aus Becken und Hall. Bei einem Klavier lässt sich besser nachvollziehen, wie der Anschlag in den Körper des Instruments übergeht und anschließend im Raum ausschwingt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGerade in den Höhen ist der Unterschied zum Blue sehr schön zu hören. Becken bekommen nicht einfach mehr Glanz, sondern mehr Struktur. Man hört den Stock, das Metall und anschließend das Ausschwingen, statt nur einen hellen Impuls wahrzunehmen. Zischlaute bleiben sauberer, komplexe Streicherpassagen wirken weniger kompakt, und die letzten Minuten einer Plattenseite verlieren deutlich weniger von ihrer Ordnung, sofern das System wirklich sauber justiert wurde.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Bronze gehört für uns deshalb auch zu jener Sorte Tonabnehmer, die schlechte Justage nicht besonders charmant verzeiht.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin Fine-Line-Schliff möchte korrekt in der Rille stehen. Überhang, Kröpfung, Auflagekraft, Antiskating und Tonarmhöhe verdienen hier etwas Aufmerksamkeit, denn genau die größere Kontaktfläche, die bei korrekter Einstellung so viel Information aus der Rille holen kann, reagiert auch sensibler darauf, wenn der Diamant geometrisch danebenliegt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eOrtofon empfiehlt eine Auflagekraft von 1,5 Gramm und erlaubt einen Bereich von 1,4 bis 1,7 Gramm. Die dynamische Compliance beträgt 22 µm\/mN, das klassische 2M Bronze wiegt 7,2 Gramm und eignet sich damit für eine große Zahl mittelschwerer Tonarme.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWir würden dabei grundsätzlich bei den 1,5 Gramm beginnen und erst dann weitersehen, wenn der konkrete Tonarm oder die Plattensammlung einen guten Grund dafür liefert. Mehr Auflagekraft ist nicht automatisch mehr Kontrolle, weniger Auflagekraft nicht automatisch mehr Feinheit. Bei einem Tonabnehmer dieser Klasse ist eine saubere Grundeinstellung deutlich sinnvoller als das berühmte letzte Zehntel Gramm nach Gefühl.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eIst das Bronze richtig eingestellt, besitzt es eine sehr eigene Mischung aus Präzision und Körper.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs klingt nicht weich und will auch kein künstliches Analoggefühl erzeugen. Wer unter „Vinylklang“ vor allem Wärme, Rundung und etwas freundliche Unschärfe versteht, wird mit anderen Systemen möglicherweise glücklicher. Das 2M Bronze nimmt die Platte ziemlich ernst. Es arbeitet schnell, neutral und klar, besitzt dabei aber genug Substanz im Grundton und Bass, dass Musik nicht in eine technische Demonstration zerfällt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGerade diese Balance wird seit Jahren sehr unterschiedlich, aber bemerkenswert konsistent beschrieben. STEREO hob den offenen Mittelton, den kräftigen Bass und die saubere räumliche Ordnung hervor, während LowBeats das Bronze gegenüber den anderen 2M-Modellen als etwas schlanker, direkter und besonders feindynamisch beschrieb. What Hi-Fi wiederum empfand genau diese analytische Seite als stärker ausgeprägt und etwas zurückhaltender im emotionalen Zugriff. Das ist interessant, weil es ziemlich gut zeigt, was für ein Tonabnehmer das Bronze ist: kein Schönfärber, sondern ein System, dessen Reiz stark darin liegt, wie präzise und kontrolliert es eine Platte lesen kann.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eFür uns ist das allerdings keineswegs gleichbedeutend mit emotionslos.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eIm Gegenteil: Wenn eine Aufnahme eine gute Stimme enthält, wird genau die zusätzliche Präzision plötzlich emotional interessant. Man hört stärker, wie nah jemand am Mikrofon steht, wie sich eine Stimme beim Einatmen verändert, wie ein Raum nach einem Satz kurz stehen bleibt. Ein Basslauf hat nicht nur Tonhöhe und Pegel, sondern Geschwindigkeit und Textur. Bei einer Akustikgitarre wird der Unterschied zwischen Saite, Anschlag und Korpus klarer.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Bronze erzeugt Emotion also nicht durch Wärme.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs lässt mehr von dem durch, was sie ursprünglich erzeugt hat.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas funktioniert besonders gut bei gut aufgenommenen Platten, bedeutet aber nicht, dass man plötzlich ausschließlich audiophile Pressungen kaufen muss. Wir halten ohnehin wenig von Anlagen, die einem irgendwann vorschreiben, welche Musik noch akzeptabel ist. Das 2M Bronze kann Rock, elektronische Musik, Jazz, Soul oder Metal genauso spielen wie die obligatorische kleine Jazzbesetzung mit sensationell aufgenommenem Besen auf der Snare.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAllerdings ist es ehrlicher als ein Red oder Blue.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEine harte Pressung bleibt hart. Eine überzogene Höhenmischung wird nicht plötzlich samtig. Ein verrauschtes Second-Hand-Album behält seine Geschichte. Gleichzeitig kann gerade der Fine-Line-Schliff interessant sein, weil er die Rillenflanke auf einer anderen Fläche abtastet als viele einfachere sphärische oder elliptische Nadeln. Bei gebrauchten Platten kann das im Einzelfall bedeuten, dass Bereiche der Rille gelesen werden, die von früheren Nadeln weniger stark beansprucht wurden. Wunder sollte man daraus nicht konstruieren, aber eine gepflegte Platte und ein sauberer Diamant zahlen sich beim Bronze sehr deutlich aus.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Ausgangsspannung liegt bei kräftigen 5 mV, weshalb das Bronze trotz seines ambitionierten Anspruchs ein völlig unkompliziertes Moving-Magnet-System bleibt. Es braucht keine MC-Verstärkung und keinen Übertrager, sondern läuft an einer guten MM-Phonostufe mit 47 kOhm Abschluss und einer empfohlenen Kapazität von 150 bis 300 pF. \u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGenau diese Kombination finden wir ausgesprochen attraktiv.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMan bekommt einen Tonabnehmer, der schon sehr weit in eine hochwertige Analogkette hineinreichen kann, ohne sich mit den typischen Begleiterscheinungen eines Low-Output-MC beschäftigen zu müssen. Kein winziges Ausgangssignal, keine extrem hohe Verstärkung, keine Diskussion darüber, ob 100 oder 220 Ohm Abschluss gerade besser passen. Das Bronze steckt mechanisch viel Aufwand in die Abtastung, bleibt elektrisch aber unkompliziert genug, dass eine sehr große Auswahl guter Phonostufen infrage kommt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd eine gute Phonostufe lohnt sich.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAm einfachen integrierten MM-Eingang kann das Bronze natürlich spielen, aber ab einem gewissen Punkt beginnt man, einen Teil seines Potenzials liegenzulassen. Je sauberer die Phonostufe arbeitet und je besser sie Rauschen, Übersteuerungsreserve und Kapazität im Griff hat, desto deutlicher wird diese Kombination aus Ruhe und Feinzeichnung, für die man das Bronze eigentlich kauft.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eÄhnlich verhält es sich mit dem Plattenspieler.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Bronze kann einen guten Mittelklasse-Plattenspieler deutlich nach vorne bringen, aber irgendwann sollte auch das Laufwerk genug Ruhe und der Tonarm genug Präzision besitzen, damit der Fine-Line-Schliff seine Arbeit machen kann. Auf einem sauber eingestellten Rega, Pro-Ject, Technics, Linn oder vergleichbaren Laufwerk wird schnell deutlich, dass man hier nicht mehr nur einen besseren Ersatz für ein Werkssystem montiert, sondern einen Tonabnehmer, der ernsthaft zeigen kann, was das Laufwerk darunter macht.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eFür Rega-Tonarme bietet Ortofon deshalb auch das flachere 2MR Bronze an. Es verwendet denselben grundlegenden Fine-Line-Ansatz und die entsprechende Bronze-Technik, sitzt aber in einem niedrigeren Gehäuse, damit die Geometrie von flach bauenden Tonarmen ohne zusätzliche Höhenanpassung besser getroffen werden kann. Das 2MR Bronze wiegt 6 Gramm und arbeitet ebenfalls mit 1,5 Gramm empfohlener Auflagekraft.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDaneben existieren die üblichen Varianten für unterschiedliche Montagekonzepte, darunter die Premounted-Version für SME-kompatible Wechselheadshells sowie die Verso-Ausführung für Headshells, bei denen nur eine Montage von unten möglich ist. Gerade bei älteren oder klassisch aufgebauten Plattenspielern ist das praktisch, weil man das Bronze nicht in eine einzige mechanische Welt zwingt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSehr schön ist auch der weitere Upgrade-Weg.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWer beim Bronze angekommen ist und irgendwann noch mehr aus der Rille holen möchte, kann auf die 2M-Black-Nadel mit Nude-Shibata-Diamant wechseln. Ortofon bezeichnet diese ausdrücklich als Upgrade für das Bronze; Bronze, Black und Black LVB 250 bilden innerhalb der Serie eine kompatible Familie. Man muss also nicht zwangsläufig den kompletten Tonabnehmerkörper austauschen, wenn später der Wunsch nach noch höherer Abtastpräzision entsteht.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist besonders sinnvoll, weil der Bronze-Generator bereits deutlich hochwertiger angelegt ist als jener der Red\/Blue-Gruppe. Die versilberten OFC-Spulen und Split-Pole-Pins bilden eine Basis, auf der auch die feineren Nadeleinschübe funktionieren. Damit ist das Bronze nicht nur ein Produkt zwischen Blue und Black, sondern gewissermaßen der Einstieg in die obere Hälfte der 2M-Familie.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Ersatznadel selbst ist separat erhältlich, und Ortofon nennt bei entsprechender Pflege bis zu etwa 1000 Stunden mögliche Spielzeit ohne nennenswerte Leistungseinbußen. Diese Angabe setzt natürlich saubere Platten, eine korrekte Auflagekraft und eine regelmäßige Pflege des Diamanten voraus.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGerade beim Bronze würden wir den Zustand der Platten nicht völlig ignorieren.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin Fine-Line-Diamant liest sehr präzise, und er liest deshalb auch das, was sich im Laufe der Jahre in einer Rille angesammelt hat. Eine vernünftige Plattenwäsche ist hier keine audiophile Folklore, sondern schlicht eine gute Idee. Das Ergebnis ist weniger Nebengeräusch, eine sauberere Nadel und eine Abtastung, bei der sich der Diamant mit Musik beschäftigen darf statt mit zwanzig Jahre altem Staub und Resten irgendwelcher dubiosen Reinigungsflüssigkeiten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuch deshalb ist das Bronze ein schöner Tonabnehmer für Menschen, die mit Vinyl inzwischen etwas weiter gekommen sind.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMan hat vielleicht schon erlebt, was ein besserer Plattenspieler verändert, besitzt eine brauchbare Phonostufe und weiß, dass eine halbe Stunde für eine korrekte Justage besser investiert ist als dieselbe Zeit in Diskussionen über exotische Matten aus einem seltenen Baum aus Nordjapan.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Bronze belohnt diese Sorgfalt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNicht mit Effekten, sondern mit Klarheit.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSeine Kanaltrennung liegt bei 26 dB bei 1 kHz, der angegebene Frequenzgang von 20 Hz bis 20 kHz ist mit +2\/0 dB sehr eng toleriert, und Ortofon gibt eine Abtastfähigkeit von 80 µm bei 315 Hz an. Das sind Werte, die gut zu dem passen, was man beim Hören erlebt: eine stabile Mitte, sauber getrennte Instrumente und ein System, das auch bei anspruchsvolleren Passagen nicht schnell die Übersicht verliert.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eTrotzdem würden wir das Bronze nicht nur wegen seiner Messwerte kaufen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDafür gibt es Tabellen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer eigentliche Grund ist dieser Moment, in dem man eine Platte auflegt, die man seit Jahren kennt, und plötzlich merkt, dass im Hintergrund eines Stücks noch ein kleiner Raum existiert, dass die Bassdrum weniger fett, dafür wesentlich echter wirkt oder dass eine Stimme eine rauere Textur besitzt, als man bisher wahrgenommen hat.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNicht jedes Album wird dadurch neu erfunden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAber sehr viele werden interessanter.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd genau das ist vielleicht die schönste Form eines Upgrades.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Ortofon 2M Bronze macht die Anlage nicht demonstrativ spektakulärer, sondern lässt sie erwachsener wirken. Der Klang wird geordneter, feiner und im besten Sinn weniger mechanisch. Der Fine-Line-Schliff tastet tiefer in die Struktur einer Aufnahme hinein, ohne dass das System ständig beweisen muss, wie viele Details es gefunden hat.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Bronze kann durchaus analytisch sein, wenn die restliche Anlage ebenfalls in diese Richtung spielt. Mit einer gut abgestimmten Kette bekommt man dafür eine ausgesprochen spannende Mischung aus Präzision, Geschwindigkeit und tonaler Balance. Wir würden es deshalb lieber mit Elektronik und Lautsprechern kombinieren, die Farbe und musikalischen Fluss beherrschen, als eine komplette Anlage auf maximale Schärfe zu trimmen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDenn Auflösung allein macht noch keine gute Anlage.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSie wird erst interessant, wenn man danach länger hören möchte.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnsere Meinung\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Ortofon 2M Bronze ist für uns der Punkt innerhalb der klassischen 2M-Serie, an dem das Thema ernsthaft wird. Das Blue ist ein hervorragender Allrounder und für sehr viele Anlagen bereits völlig ausreichend, das Bronze geht aber klar weiter: Der Nude-Fine-Line-Diamant liest die Rille präziser, der Generator mit versilbertem OFC-Spulendraht ist hochwertiger aufgebaut und die gesamte Wiedergabe gewinnt an Ordnung, räumlicher Genauigkeit und feindynamischer Differenzierung. \u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs ist kein Tonabnehmer, den wir jemandem empfehlen würden, der einfach nur einen möglichst warmen und verzeihenden Vinylklang sucht. Dafür besitzt das Bronze zu viel Präzision und zu wenig Interesse daran, eine schlechte Aufnahme hübscher zu machen, als sie ist.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWer dagegen einen guten Plattenspieler besitzt und wissen möchte, wie viel Information in einer sauber geschnittenen Rille tatsächlich steckt, bekommt hier einen der spannendsten MM-Tonabnehmer seiner Klasse.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd vielleicht ist genau das seine Stärke: Man kann mit dem 2M Bronze sehr tief ins Thema Vinyl einsteigen, ohne dass aus Musikhören ein Laborversuch wird.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Technik ist aufwendig.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eBeim Hören bleibt davon im Idealfall nur mehr Musik übrig.\u003c\/p\u003e","brand":"Ortofon","offers":[{"title":"Default Title","offer_id":54113271611739,"sku":null,"price":399.0,"currency_code":"EUR","in_stock":true}],"thumbnail_url":"\/\/cdn.shopify.com\/s\/files\/1\/0843\/6934\/2811\/files\/Ortofon_2M_Bronze_Tilt_Left_01.webp?v=1789739162"},{"product_id":"ortofon-2m-black","title":"Ortofon 2M Black","description":"\u003cp\u003eDas Ortofon 2M Black ist der Tonabnehmer für den Moment, an dem man aufhört, Vinyl nur wegen seines Charmes zu hören.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDenn natürlich hat die Schallplatte Charme. Das große Cover, das Auflegen, die Bewegung des Tonarms, dieses wunderbar unpraktische Ritual, bei dem man nach zwanzig Minuten tatsächlich vom Sofa aufstehen muss. All das gehört dazu. Aber irgendwann möchte man wissen, was in einer guten Rille tatsächlich steckt, wenn man sie nicht nur irgendwie abtastet, sondern wirklich präzise liest.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGenau dort beginnt das 2M Black.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs ist das klassische Flaggschiff der 2M-Serie und unterscheidet sich vom ohnehin bereits hervorragenden 2M Bronze vor allem an jener Stelle, an der am Ende alles entschieden wird: am Diamanten. Während das Bronze mit einem nackten Fine-Line-Schliff arbeitet, setzt Ortofon beim Black auf einen nackten Shibata-Diamanten mit einem besonders schmalen, langgezogenen Kontaktprofil. Der Radius liegt bei 6\/50 µm, und durch diese Geometrie berührt der Diamant die Rillenflanken über eine deutlich größere vertikale Fläche, als es bei einfacheren elliptischen Schliffen möglich ist.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist technisch interessant, klanglich aber noch viel interessanter.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDenn das Black spielt nicht einfach heller oder spektakulärer als das Bronze. Es macht nicht den klassischen Vorführtrick, bei dem nach zehn Sekunden mehr Hochton als „mehr Auflösung“ verkauft wird. Seine Qualität zeigt sich vielmehr darin, wie selbstverständlich Informationen miteinander verbunden bleiben. Ein leises Geräusch im Aufnahmeraum wird nicht plötzlich zum Ereignis, sondern bekommt seinen richtigen Platz im Hintergrund. Eine Stimme steht nicht bloß präzise in der Mitte, sondern besitzt eine tatsächliche räumliche Ausdehnung. Bei einem Schlagzeug lässt sich besser nachvollziehen, wie ein Anschlag beginnt, wie das Fell reagiert und wie der Raum danach wieder zurückkommt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas klingt subtil, bis man zurückwechselt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDann fehlt plötzlich etwas.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Shibata-Schliff wurde ursprünglich für besonders anspruchsvolle Hochfrequenzinformationen entwickelt, und genau diese Fähigkeit ist auch bei normalen Stereo-Platten sein großer Reiz. Das schlanke, hochpolierte Profil kann sehr kleine Rillenmodulationen verfolgen und besitzt eine außergewöhnlich große Kontaktfläche zu den Rillenwänden. Ortofon verbindet damit eine besonders detaillierte Wiedergabe bis hin zu den höchsten in der Rille gespeicherten Frequenzinformationen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWir würden das etwas weniger technisch formulieren: Das Black hört einfach verdammt gut zu.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd zwar nicht nur im Hochton.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Bass profitiert mindestens genauso stark von dieser Präzision. Ein sauber gelesener Bassimpuls bekommt einen klareren Anfang, einen nachvollziehbareren Verlauf und ein saubereres Ende, wodurch tiefe Frequenzen oftmals weniger fett, dafür körperlicher wirken. Man hört besser, ob eine Bassgitarre mit Fingern oder Plektrum gespielt wird, wie lange eine Note stehen bleibt und wie sehr der Raum an ihr beteiligt ist. Bei elektronischer Musik werden tiefe Flächen stabiler und besser voneinander getrennt, während eine Kickdrum nicht einfach nur Druck erzeugt, sondern wirklich einen rhythmischen Impuls setzt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas 2M Black kann deshalb ausgesprochen körperlich spielen, obwohl seine große Stärke zunächst wie maximale Feinauflösung klingt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGerade das macht es so gut.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDenn Auflösung allein interessiert uns nicht besonders. Eine Anlage, die immer mehr kleine Geräusche zeigt, aber irgendwann vergessen lässt, warum man die Platte überhaupt aufgelegt hat, ist zwar technisch beeindruckend, macht aber auf Dauer ungefähr so viel Freude wie das Lesen einer Bedienungsanleitung.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Black schafft es, sehr viel Information zu zeigen und trotzdem Musik zu machen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSeine Transparenz kann durchaus schonungslos sein, und das sollte man nicht verschweigen. Bereits ältere unabhängige Tests beschrieben das 2M Black als außergewöhnlich detailreich, dynamisch und transparent, mit sehr ausdrucksstarken Stimmen und lebendigem Timing; gleichzeitig wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine ohnehin sehr helle Anlage sorgfältig kombiniert werden sollte.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas deckt sich ziemlich genau mit dem Charakter, den wir einem Shibata-System dieser Klasse zuschreiben würden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas 2M Black ist kein Tonabnehmer, den man kauft, damit eine aggressive Anlage plötzlich höflich klingt. Es ist auch nicht dafür gemacht, mittelmäßige Pressungen mit einer großzügigen Portion Wärme zu überziehen. Es zeigt sehr genau, was vor ihm liegt. Wenn die Aufnahme großartig ist, kann das faszinierend sein. Wenn ein Album hart, überkomprimiert und schlecht geschnitten wurde, wird daraus durch einen schwarzen Nadeleinschub kein Meisterwerk.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAber das bedeutet nicht, dass man damit nur audiophile Pressungen hören kann.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGanz im Gegenteil.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eRock kann über das Black fantastisch funktionieren, gerade weil Gitarren mehr Textur bekommen und verzerrte Flächen nicht so schnell zu einer einzigen Masse zusammenfallen. Bei Metal bleiben Doppelbass, Gitarren und Becken besser voneinander getrennt, wenn die Produktion es zulässt. Elektronische Musik gewinnt an Staffelung, weil einzelne Synthesizer-Ebenen nicht ineinanderlaufen. Bei Soul und Jazz wiederum zeigt sich sehr schnell, wie gut das Black Stimmen, Bläser und kleine dynamische Veränderungen erfassen kann.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMan muss also nicht anfangen, seine Plattensammlung nach Aufnahmetechnik zu sortieren.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMan hört nur deutlicher, wie unterschiedlich diese Platten eigentlich sind.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd genau das ist ein wichtiger Unterschied.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin wirklich guter Tonabnehmer sollte nicht alles gleich schön machen. Wenn eine Platte trocken produziert wurde, darf sie trocken sein. Wenn eine Aufnahme warm, dicht und dunkel gemastert ist, soll genau das erhalten bleiben. Das 2M Black legt keine eigene dicke Klangfarbe über jede Platte, sondern lässt Unterschiede zwischen Produktionen, Pressungen und Masterings deutlich stärker hervortreten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas kann sehr schnell dazu führen, dass man Alben neu entdeckt, von denen man dachte, man kenne sie seit zwanzig Jahren.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNicht, weil plötzlich ein bisher unbekannter Gitarrist hinter dem linken Lautsprecher auftaucht, sondern weil kleine Zusammenhänge klarer werden. Vielleicht versteht man zum ersten Mal richtig, wie tief ein Background-Chor im Raum steht. Vielleicht bemerkt man, dass der Hall einer Stimme erst weit hinter der eigentlichen Aufnahme endet. Oder dass der vermeintlich etwas weiche Bass einer alten Pressung in Wahrheit eine erstaunlich komplexe Textur besitzt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSolche Dinge machen das Black interessant.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eTechnisch teilt es sich seinen hochwertigen Generator mit dem 2M Bronze. Beide Systeme arbeiten mit vier Spulen, Ortofons Split-Pole-Pin-Technologie und versilbertem OFC-Spulendraht. Genau deshalb lässt sich ein vorhandenes 2M Bronze auch offiziell durch den Black-Nadeleinschub aufrüsten. Bronze, Black und Black LVB 250 bilden innerhalb der 2M-Serie eine eigene kompatible Familie.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist erwähnenswert, weil der Unterschied zwischen Bronze und Black dadurch tatsächlich sehr schön isoliert werden kann.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Generator bleibt gleich.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Diamant ändert sich.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd trotzdem verändert sich die Wiedergabe deutlich.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist wahrscheinlich die beste Demonstration dafür, wie entscheidend die Nadelgeometrie bei einem Tonabnehmer wirklich ist.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Shibata-Diamant des Black tastet mit einem Radius von 6\/50 µm, während der Fine-Line-Diamant des Bronze bei 8\/40 µm liegt. Beide sind nackte Diamanten, beide arbeiten mit 1,5 Gramm empfohlener Auflagekraft und beide besitzen eine dynamische Compliance von 22 µm\/mN. Der eigentliche Schritt entsteht also nicht durch mehr Gewicht oder einen völlig anderen Generator, sondern durch die komplexere Kontaktgeometrie des Shibata-Schliffs.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eBeim Hören übersetzt sich das vor allem in mehr Feinzeichnung und eine noch sauberere räumliche Ordnung.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Bronze ist bereits präzise, schnell und ausgesprochen erwachsen. Das Black geht weiter in die Aufnahme hinein. Räume wirken tiefer, feine Ausklänge lassen sich länger verfolgen, und Stimmen bekommen eine fast greifbare Textur. Gerade bei sehr guten Pressungen entsteht manchmal dieses schwer zu beschreibende Gefühl, dass die Wiedergabe nicht nur zwischen den Lautsprechern stattfindet, sondern ein eigener akustischer Raum aufgeht.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist für uns wesentlich spannender als die Frage, ob irgendwo ein halbes Dezibel mehr Hochton vorhanden ist.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWenn Analog richtig gut wird, geht es irgendwann nicht mehr um Bass, Mitten und Höhen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs geht um Raum, Zeit und Körper.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin Schlagzeug muss nicht nur an der richtigen Stelle stehen, sondern auch die richtige Größe besitzen. Eine Stimme braucht nicht nur einen Mittelpunkt, sondern Mund, Brust und Umgebung. Ein Klavier darf nicht aus einer Reihe sauber sortierter Töne bestehen, sondern muss als großes mechanisches Instrument im Raum nachvollziehbar werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas 2M Black kann genau diese Ebene sehr überzeugend erschließen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAllerdings fordert es dafür etwas mehr Sorgfalt als Red oder Blue.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Shibata-Schliff besitzt eine große Kontaktfläche mit der Rillenwand, und genau deshalb reagiert er sensibler auf die geometrische Einstellung. Ein Black, das nur ungefähr gerade eingebaut wurde, verschenkt einen erheblichen Teil dessen, wofür man bezahlt hat. Überhang und Kröpfung sollten wirklich stimmen, ebenso Auflagekraft und Antiskating, und je nach Tonarm lohnt es sich, auch den vertikalen Abtastwinkel beziehungsweise die Tonarmhöhe ernst zu nehmen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas bedeutet nicht, dass man nach der Montage drei Tage mit einem Mikroskop unter dem Plattenspieler verbringen muss.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAber sauber sollte es sein.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eOrtofon empfiehlt 1,5 Gramm Auflagekraft bei einem zulässigen Bereich von 1,4 bis 1,7 Gramm. Das System wiegt in der klassischen 2M-Ausführung 7,2 Gramm und besitzt eine dynamische Compliance von 22 µm\/mN, wodurch es sehr gut mit vielen mittelschweren Tonarmen harmoniert. Die Kanaltrennung wird mit 26 dB bei 1 kHz angegeben, die Abtastfähigkeit mit 80 µm bei 315 Hz.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWir würden beim Black noch weniger als bei günstigeren Systemen versuchen, durch abweichende Auflagekräfte irgendeine vermeintliche Klangabstimmung zu erzeugen. Zuerst gehört es korrekt montiert, und 1,5 Gramm sind dafür ein sehr guter Ausgangspunkt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWenn danach alles stimmt, kann man Musik hören.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd genau darum geht es schließlich.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eElektrisch bleibt das 2M Black erfreulich unkompliziert. Trotz seines hohen Anspruchs handelt es sich weiterhin um ein klassisches Moving-Magnet-System mit kräftigen 5 mV Ausgangsspannung. Ortofon empfiehlt einen Abschluss von 47 kOhm und eine Gesamtkapazität zwischen 150 und 300 pF. Damit lässt es sich an sehr vielen guten MM-Phonostufen betreiben, ohne dass man sich in die Welt von MC-Verstärkung, Übertragern und unterschiedlichen Abschlussimpedanzen begeben muss.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist für uns einer der großen Reize dieses Systems.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Black bietet einen erheblichen Teil jener Feinzeichnung, wegen der viele Hörer\/innen irgendwann in Richtung hochwertiger Moving-Coil-Systeme schauen, behält dabei aber die Alltagstauglichkeit eines MM-Tonabnehmers. Die Ausgangsspannung ist hoch, die Nadel kann separat gewechselt werden und die Auswahl passender Phonostufen ist riesig.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAllerdings lohnt sich beim Black eine richtig gute Phonostufe.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNatürlich funktioniert es auch an einem ordentlich gemachten integrierten MM-Eingang, aber irgendwann wird das Verhältnis etwas absurd: Ein Shibata-Diamant liest mit großer Präzision feinste Informationen aus der Rille, nur damit sie anschließend in einer mittelmäßigen Phonosektion verschwinden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas muss nicht sein.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMit einer hochwertigen Phonostufe wird gerade jene Ruhe hörbar, die das Black auszeichnet. Die Bühne wird stabiler, der Bass gewinnt an Kontrolle, feine dynamische Abstufungen treten klarer hervor und der Hochton wirkt weniger wie „mehr Information“, sondern einfach freier.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eÄhnlich wichtig ist der Plattenspieler selbst.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas 2M Black ist nicht der Tonabnehmer, den wir auf irgendein sehr einfaches Laufwerk setzen würden, nur weil er mechanisch daraufpasst. Es braucht einen Tonarm mit guter Lagerung und einen Plattenspieler, der genug mechanische Ruhe mitbringt, damit der Shibata-Schliff seine Fähigkeiten überhaupt zeigen kann.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuf einem guten Rega, Pro-Ject, Technics oder einem sauber aufgebauten Linn wird es interessant.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd zwar sehr.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGerade bei Laufwerken, die man bereits gut kennt, kann ein Wechsel zum Black fast ein wenig irritierend sein. Man erkennt den Charakter des Plattenspielers weiterhin, aber plötzlich scheint er tiefer in die Aufnahme greifen zu können. Der Bass wird genauer strukturiert, Stimmen bekommen mehr räumliche Stabilität und der Hochton öffnet sich, ohne dass man den Eindruck bekommt, ein anderer Plattenspieler stünde vor einem.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGenau so sollte ein Tonabnehmer-Upgrade funktionieren.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs ersetzt nicht den Charakter des Laufwerks.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs lässt mehr davon durch.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eFür Rega-Tonarme gibt es mit dem 2MR Black wiederum eine speziell flachere Variante, die Ortofon für Plattenspieler mit niedriger Einbauhöhe entwickelt hat. Technisch bleibt der wichtige Teil erhalten: Nude-Shibata-Diamant, 5 mV Ausgangsspannung, 22 µm\/mN Compliance, versilberte OFC-Spulen und 1,5 Gramm empfohlene Auflagekraft; das niedrigere Gehäuse bringt das 2MR Black allerdings auf 6 Gramm und erleichtert eine korrekte Tonarmgeometrie ohne zusätzliche Spacer.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eFür klassische S-förmige Tonarme mit SME-kompatiblem Bajonett bietet Ortofon außerdem die vormontierte Version auf dem SH-4-Headshell an, während für andere Montagekonzepte auch eine Verso-Ausführung existiert.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas bedeutet, dass sich das Black in erstaunlich viele Anlagen integrieren lässt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie wichtigere Frage ist eher, ob die restliche Anlage bereit dafür ist.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDenn das 2M Black kann nicht nur zeigen, wie gut eine Platte ist. Es zeigt ebenso deutlich, was Tonarm, Phonostufe und Lautsprecher davor und dahinter machen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas finden wir keineswegs negativ.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eIrgendwann sollte ein hochwertiger Tonabnehmer genau das tun.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWer allerdings eine bewusst warme, gemütliche Anlage besitzt und diesen Charakter unbedingt erhalten möchte, sollte das Black vorher anhören. Seine Transparenz und Lebendigkeit können in einer bereits sehr offensiv abgestimmten Kette zu viel des Guten werden, was auch unabhängige Tests immer wieder angemerkt haben.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eIn einer ausgewogenen Anlage passiert dafür etwas Wunderbares.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Black hat Energie.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs spielt nicht steril und auch nicht akademisch. Es kann richtig dynamisch werden, besitzt einen sehr direkten rhythmischen Zugriff und macht bei guter Musik erstaunlich viel Spaß. Die feine Nadelgeometrie führt also keineswegs dazu, dass man nur noch mit verschränkten Armen die Qualität einzelner Pressungen bewertet.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGanz im Gegenteil.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEine gute Funkplatte groovt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eRock bekommt Attacke.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin Orchester kann plötzlich aus völliger Ruhe heraus sehr groß werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd eine einzelne Stimme kann einen Raum mit erstaunlich wenig Aufwand vollständig einnehmen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eVielleicht ist das überhaupt der entscheidende Unterschied zwischen hoher Auflösung und guter Auflösung.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eHohe Auflösung zeigt viel.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGute Auflösung lässt einen vergessen, dass überhaupt etwas gezeigt wird.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas 2M Black kann, wenn der Rest der Anlage stimmt, erstaunlich oft zur zweiten Kategorie gehören.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuch gebrauchte Platten können damit spannend sein. Der langgezogene Shibata-Schliff berührt die Rillenflanke auf einer anderen Fläche als viele einfachere Nadeln, wodurch er in bestimmten Fällen Bereiche lesen kann, die von früher verwendeten sphärischen oder elliptischen Schliffen weniger beansprucht wurden. Daraus sollte man keine Wunderheilung für zerkratztes Vinyl ableiten, aber gerade bei gut erhaltenen älteren Pressungen kann ein hochwertiger Line-Contact-Schliff überraschend viel herausholen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSauberkeit wird dabei allerdings wichtiger.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin hochpräziser Diamant kann nur das lesen, was tatsächlich in der Rille liegt, und wenn sich dort zusätzlich Staub, Fasern und die Rückstände der letzten zwanzig Jahre befinden, bekommt man diese Information eben ebenfalls geliefert. Eine vernünftige Plattenwäsche und regelmäßige Nadelpflege gehören beim Black deshalb für uns ganz selbstverständlich dazu.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eOrtofon gibt für die Black-Nadel bei guter Pflege eine mögliche Lebensdauer von bis zu etwa 1000 Stunden ohne nennenswerte Leistungseinbußen an. Danach lässt sich der Nadeleinschub separat tauschen, ohne den gesamten Tonabnehmer ersetzen zu müssen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist im Alltag ein großer Vorteil gegenüber vielen hochwertigen MC-Systemen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eHat die Nadel irgendwann ihre Stunden hinter sich, muss kein kompletter Tonabnehmer entsorgt oder zum Retipping geschickt werden. Der Einschub wird gewechselt, der Generator bleibt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd wer noch weitergehen möchte, landet schließlich beim 2M Black LVB 250, dessen Nadeleinschub ebenfalls zur Bronze\/Black-Familie kompatibel ist. Das klassische Black bleibt für uns trotzdem ein ausgesprochen interessanter Sweet Spot, weil es bereits den Shibata-Schliff und den hochwertigen Generator mit versilbertem OFC-Spulendraht bietet, ohne preislich völlig aus dem Rahmen der 2M-Serie zu fallen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eOptisch ist das Ganze erstaunlich unspektakulär.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSchwarz auf Schwarz.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eKeine Farbe mehr, die den Rang innerhalb der Serie erklären muss. Das kantige 2M-Gehäuse bleibt, inspiriert von den Facetten eines Diamanten und ursprünglich gemeinsam mit Møller Jensen Design entwickelt, aber beim Black wirkt es beinahe etwas ernster als bei seinen roten, blauen und bronzefarbenen Geschwistern. Ortofon entwickelt und fertigt die 2M-Tonabnehmer in Dänemark. \u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs sieht aus wie ein Werkzeug.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin ziemlich schönes Werkzeug, aber eben eines, dessen eigentliche Aufgabe erst beginnt, wenn es auf der Platte sitzt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd vielleicht passt genau das zum Charakter des 2M Black.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs braucht keine exotische Geschichte, kein Gehäuse aus irgendeinem seltenen Holz und keine technischen Versprechen, die nur unter Vollmond nachprüfbar sind.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs besitzt einen ausgezeichneten Generator, einen sehr anspruchsvollen Diamantschliff und mehr als hundert Jahre Erfahrung eines Unternehmens, das sich ziemlich intensiv damit beschäftigt hat, wie man eine mechanische Bewegung von wenigen Mikrometern in Musik verwandelt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Rest passiert in der Rille.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnsere Meinung\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Ortofon 2M Black ist für uns der Punkt, an dem die klassische 2M-Serie erwachsen wird und beginnt, ernsthaft an der Tür sehr hochwertiger Tonabnehmer zu klopfen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Shibata-Diamant macht dabei den entscheidenden Unterschied. Gegenüber dem 2M Bronze wird die Wiedergabe nicht einfach spektakulärer, sondern feiner organisiert, räumlich tiefer und in kleinen dynamischen Abstufungen deutlich selbstverständlicher. Die große Kontaktfläche des Nude-Shibata-Schliffs erlaubt es dem Black, sehr tief in die Struktur einer Aufnahme hineinzuhören, während der Generator mit versilberten OFC-Spulen, kräftigen 5 mV Ausgangsspannung und klassischer MM-Kompatibilität erfreulich unkompliziert bleibt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs ist allerdings auch ein Tonabnehmer, der Respekt vor der Justage einfordert und dessen Qualitäten an einem guten Laufwerk mit guter Phonostufe deutlich stärker zur Geltung kommen. Wer einfach irgendein System anschrauben und anschließend vergessen möchte, dass vorne am Tonarm etwas passiert, kann günstiger glücklich werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWer dagegen bereits einen guten Plattenspieler besitzt und wissen möchte, wie weit man mit einem klassischen MM-System gehen kann, sollte das Black unbedingt gehört haben.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDenn im besten Fall bekommt man hier nicht dieses typische „mehr Detail“, das man fünf Minuten lang beeindruckend findet.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMan bekommt mehr von der Aufnahme selbst: mehr Luft um eine Stimme, mehr Struktur in einem Basslauf, mehr Tiefe hinter den Musikern, mehr Ruhe zwischen den Tönen und vor allem ein stärkeres Gefühl dafür, dass Musik nicht aus einzelnen Frequenzen besteht, sondern aus Bewegungen, Räumen und winzigen zeitlichen Beziehungen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas 2M Black ist dabei keineswegs höflich, und genau das mögen wir daran. Wenn eine Platte großartig ist, kann es sie mit einer Offenheit und Intensität spielen, die einen sehr schnell daran erinnert, warum wir uns überhaupt noch mit diesem herrlich unpraktischen Medium beschäftigen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNicht wegen des Rituals.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWegen der Musik, die darin steckt.\u003c\/p\u003e","brand":"Ortofon","offers":[{"title":"Default Title","offer_id":54113481130331,"sku":null,"price":599.0,"currency_code":"EUR","in_stock":true}],"thumbnail_url":"\/\/cdn.shopify.com\/s\/files\/1\/0843\/6934\/2811\/files\/Ortofon_2M_Black_Tilt_Left_01.webp?v=1789740368"}],"thumbnail_url":"\/\/cdn.shopify.com\/s\/files\/1\/0843\/6934\/2811\/collections\/images_8bf43c8a-5783-4dc1-a250-cdc4754d415d.png?v=1789737871","url":"https:\/\/www.longtone.at\/collections\/ortofon.oembed","provider":"Longtone HiFi","version":"1.0","type":"link"}