{"product_id":"ortofon-2m-black","title":"Ortofon 2M Black","description":"\u003cp\u003eDas Ortofon 2M Black ist der Tonabnehmer für den Moment, an dem man aufhört, Vinyl nur wegen seines Charmes zu hören.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDenn natürlich hat die Schallplatte Charme. Das große Cover, das Auflegen, die Bewegung des Tonarms, dieses wunderbar unpraktische Ritual, bei dem man nach zwanzig Minuten tatsächlich vom Sofa aufstehen muss. All das gehört dazu. Aber irgendwann möchte man wissen, was in einer guten Rille tatsächlich steckt, wenn man sie nicht nur irgendwie abtastet, sondern wirklich präzise liest.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGenau dort beginnt das 2M Black.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs ist das klassische Flaggschiff der 2M-Serie und unterscheidet sich vom ohnehin bereits hervorragenden 2M Bronze vor allem an jener Stelle, an der am Ende alles entschieden wird: am Diamanten. Während das Bronze mit einem nackten Fine-Line-Schliff arbeitet, setzt Ortofon beim Black auf einen nackten Shibata-Diamanten mit einem besonders schmalen, langgezogenen Kontaktprofil. Der Radius liegt bei 6\/50 µm, und durch diese Geometrie berührt der Diamant die Rillenflanken über eine deutlich größere vertikale Fläche, als es bei einfacheren elliptischen Schliffen möglich ist.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist technisch interessant, klanglich aber noch viel interessanter.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDenn das Black spielt nicht einfach heller oder spektakulärer als das Bronze. Es macht nicht den klassischen Vorführtrick, bei dem nach zehn Sekunden mehr Hochton als „mehr Auflösung“ verkauft wird. Seine Qualität zeigt sich vielmehr darin, wie selbstverständlich Informationen miteinander verbunden bleiben. Ein leises Geräusch im Aufnahmeraum wird nicht plötzlich zum Ereignis, sondern bekommt seinen richtigen Platz im Hintergrund. Eine Stimme steht nicht bloß präzise in der Mitte, sondern besitzt eine tatsächliche räumliche Ausdehnung. Bei einem Schlagzeug lässt sich besser nachvollziehen, wie ein Anschlag beginnt, wie das Fell reagiert und wie der Raum danach wieder zurückkommt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas klingt subtil, bis man zurückwechselt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDann fehlt plötzlich etwas.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Shibata-Schliff wurde ursprünglich für besonders anspruchsvolle Hochfrequenzinformationen entwickelt, und genau diese Fähigkeit ist auch bei normalen Stereo-Platten sein großer Reiz. Das schlanke, hochpolierte Profil kann sehr kleine Rillenmodulationen verfolgen und besitzt eine außergewöhnlich große Kontaktfläche zu den Rillenwänden. Ortofon verbindet damit eine besonders detaillierte Wiedergabe bis hin zu den höchsten in der Rille gespeicherten Frequenzinformationen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWir würden das etwas weniger technisch formulieren: Das Black hört einfach verdammt gut zu.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd zwar nicht nur im Hochton.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Bass profitiert mindestens genauso stark von dieser Präzision. Ein sauber gelesener Bassimpuls bekommt einen klareren Anfang, einen nachvollziehbareren Verlauf und ein saubereres Ende, wodurch tiefe Frequenzen oftmals weniger fett, dafür körperlicher wirken. Man hört besser, ob eine Bassgitarre mit Fingern oder Plektrum gespielt wird, wie lange eine Note stehen bleibt und wie sehr der Raum an ihr beteiligt ist. Bei elektronischer Musik werden tiefe Flächen stabiler und besser voneinander getrennt, während eine Kickdrum nicht einfach nur Druck erzeugt, sondern wirklich einen rhythmischen Impuls setzt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas 2M Black kann deshalb ausgesprochen körperlich spielen, obwohl seine große Stärke zunächst wie maximale Feinauflösung klingt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGerade das macht es so gut.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDenn Auflösung allein interessiert uns nicht besonders. Eine Anlage, die immer mehr kleine Geräusche zeigt, aber irgendwann vergessen lässt, warum man die Platte überhaupt aufgelegt hat, ist zwar technisch beeindruckend, macht aber auf Dauer ungefähr so viel Freude wie das Lesen einer Bedienungsanleitung.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Black schafft es, sehr viel Information zu zeigen und trotzdem Musik zu machen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSeine Transparenz kann durchaus schonungslos sein, und das sollte man nicht verschweigen. Bereits ältere unabhängige Tests beschrieben das 2M Black als außergewöhnlich detailreich, dynamisch und transparent, mit sehr ausdrucksstarken Stimmen und lebendigem Timing; gleichzeitig wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine ohnehin sehr helle Anlage sorgfältig kombiniert werden sollte.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas deckt sich ziemlich genau mit dem Charakter, den wir einem Shibata-System dieser Klasse zuschreiben würden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas 2M Black ist kein Tonabnehmer, den man kauft, damit eine aggressive Anlage plötzlich höflich klingt. Es ist auch nicht dafür gemacht, mittelmäßige Pressungen mit einer großzügigen Portion Wärme zu überziehen. Es zeigt sehr genau, was vor ihm liegt. Wenn die Aufnahme großartig ist, kann das faszinierend sein. Wenn ein Album hart, überkomprimiert und schlecht geschnitten wurde, wird daraus durch einen schwarzen Nadeleinschub kein Meisterwerk.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAber das bedeutet nicht, dass man damit nur audiophile Pressungen hören kann.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGanz im Gegenteil.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eRock kann über das Black fantastisch funktionieren, gerade weil Gitarren mehr Textur bekommen und verzerrte Flächen nicht so schnell zu einer einzigen Masse zusammenfallen. Bei Metal bleiben Doppelbass, Gitarren und Becken besser voneinander getrennt, wenn die Produktion es zulässt. Elektronische Musik gewinnt an Staffelung, weil einzelne Synthesizer-Ebenen nicht ineinanderlaufen. Bei Soul und Jazz wiederum zeigt sich sehr schnell, wie gut das Black Stimmen, Bläser und kleine dynamische Veränderungen erfassen kann.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMan muss also nicht anfangen, seine Plattensammlung nach Aufnahmetechnik zu sortieren.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMan hört nur deutlicher, wie unterschiedlich diese Platten eigentlich sind.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd genau das ist ein wichtiger Unterschied.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin wirklich guter Tonabnehmer sollte nicht alles gleich schön machen. Wenn eine Platte trocken produziert wurde, darf sie trocken sein. Wenn eine Aufnahme warm, dicht und dunkel gemastert ist, soll genau das erhalten bleiben. Das 2M Black legt keine eigene dicke Klangfarbe über jede Platte, sondern lässt Unterschiede zwischen Produktionen, Pressungen und Masterings deutlich stärker hervortreten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas kann sehr schnell dazu führen, dass man Alben neu entdeckt, von denen man dachte, man kenne sie seit zwanzig Jahren.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNicht, weil plötzlich ein bisher unbekannter Gitarrist hinter dem linken Lautsprecher auftaucht, sondern weil kleine Zusammenhänge klarer werden. Vielleicht versteht man zum ersten Mal richtig, wie tief ein Background-Chor im Raum steht. Vielleicht bemerkt man, dass der Hall einer Stimme erst weit hinter der eigentlichen Aufnahme endet. Oder dass der vermeintlich etwas weiche Bass einer alten Pressung in Wahrheit eine erstaunlich komplexe Textur besitzt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSolche Dinge machen das Black interessant.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eTechnisch teilt es sich seinen hochwertigen Generator mit dem 2M Bronze. Beide Systeme arbeiten mit vier Spulen, Ortofons Split-Pole-Pin-Technologie und versilbertem OFC-Spulendraht. Genau deshalb lässt sich ein vorhandenes 2M Bronze auch offiziell durch den Black-Nadeleinschub aufrüsten. Bronze, Black und Black LVB 250 bilden innerhalb der 2M-Serie eine eigene kompatible Familie.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist erwähnenswert, weil der Unterschied zwischen Bronze und Black dadurch tatsächlich sehr schön isoliert werden kann.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Generator bleibt gleich.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Diamant ändert sich.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd trotzdem verändert sich die Wiedergabe deutlich.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist wahrscheinlich die beste Demonstration dafür, wie entscheidend die Nadelgeometrie bei einem Tonabnehmer wirklich ist.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Shibata-Diamant des Black tastet mit einem Radius von 6\/50 µm, während der Fine-Line-Diamant des Bronze bei 8\/40 µm liegt. Beide sind nackte Diamanten, beide arbeiten mit 1,5 Gramm empfohlener Auflagekraft und beide besitzen eine dynamische Compliance von 22 µm\/mN. Der eigentliche Schritt entsteht also nicht durch mehr Gewicht oder einen völlig anderen Generator, sondern durch die komplexere Kontaktgeometrie des Shibata-Schliffs.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eBeim Hören übersetzt sich das vor allem in mehr Feinzeichnung und eine noch sauberere räumliche Ordnung.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Bronze ist bereits präzise, schnell und ausgesprochen erwachsen. Das Black geht weiter in die Aufnahme hinein. Räume wirken tiefer, feine Ausklänge lassen sich länger verfolgen, und Stimmen bekommen eine fast greifbare Textur. Gerade bei sehr guten Pressungen entsteht manchmal dieses schwer zu beschreibende Gefühl, dass die Wiedergabe nicht nur zwischen den Lautsprechern stattfindet, sondern ein eigener akustischer Raum aufgeht.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist für uns wesentlich spannender als die Frage, ob irgendwo ein halbes Dezibel mehr Hochton vorhanden ist.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWenn Analog richtig gut wird, geht es irgendwann nicht mehr um Bass, Mitten und Höhen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs geht um Raum, Zeit und Körper.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin Schlagzeug muss nicht nur an der richtigen Stelle stehen, sondern auch die richtige Größe besitzen. Eine Stimme braucht nicht nur einen Mittelpunkt, sondern Mund, Brust und Umgebung. Ein Klavier darf nicht aus einer Reihe sauber sortierter Töne bestehen, sondern muss als großes mechanisches Instrument im Raum nachvollziehbar werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas 2M Black kann genau diese Ebene sehr überzeugend erschließen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAllerdings fordert es dafür etwas mehr Sorgfalt als Red oder Blue.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Shibata-Schliff besitzt eine große Kontaktfläche mit der Rillenwand, und genau deshalb reagiert er sensibler auf die geometrische Einstellung. Ein Black, das nur ungefähr gerade eingebaut wurde, verschenkt einen erheblichen Teil dessen, wofür man bezahlt hat. Überhang und Kröpfung sollten wirklich stimmen, ebenso Auflagekraft und Antiskating, und je nach Tonarm lohnt es sich, auch den vertikalen Abtastwinkel beziehungsweise die Tonarmhöhe ernst zu nehmen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas bedeutet nicht, dass man nach der Montage drei Tage mit einem Mikroskop unter dem Plattenspieler verbringen muss.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAber sauber sollte es sein.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eOrtofon empfiehlt 1,5 Gramm Auflagekraft bei einem zulässigen Bereich von 1,4 bis 1,7 Gramm. Das System wiegt in der klassischen 2M-Ausführung 7,2 Gramm und besitzt eine dynamische Compliance von 22 µm\/mN, wodurch es sehr gut mit vielen mittelschweren Tonarmen harmoniert. Die Kanaltrennung wird mit 26 dB bei 1 kHz angegeben, die Abtastfähigkeit mit 80 µm bei 315 Hz.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWir würden beim Black noch weniger als bei günstigeren Systemen versuchen, durch abweichende Auflagekräfte irgendeine vermeintliche Klangabstimmung zu erzeugen. Zuerst gehört es korrekt montiert, und 1,5 Gramm sind dafür ein sehr guter Ausgangspunkt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWenn danach alles stimmt, kann man Musik hören.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd genau darum geht es schließlich.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eElektrisch bleibt das 2M Black erfreulich unkompliziert. Trotz seines hohen Anspruchs handelt es sich weiterhin um ein klassisches Moving-Magnet-System mit kräftigen 5 mV Ausgangsspannung. Ortofon empfiehlt einen Abschluss von 47 kOhm und eine Gesamtkapazität zwischen 150 und 300 pF. Damit lässt es sich an sehr vielen guten MM-Phonostufen betreiben, ohne dass man sich in die Welt von MC-Verstärkung, Übertragern und unterschiedlichen Abschlussimpedanzen begeben muss.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist für uns einer der großen Reize dieses Systems.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Black bietet einen erheblichen Teil jener Feinzeichnung, wegen der viele Hörer\/innen irgendwann in Richtung hochwertiger Moving-Coil-Systeme schauen, behält dabei aber die Alltagstauglichkeit eines MM-Tonabnehmers. Die Ausgangsspannung ist hoch, die Nadel kann separat gewechselt werden und die Auswahl passender Phonostufen ist riesig.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAllerdings lohnt sich beim Black eine richtig gute Phonostufe.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNatürlich funktioniert es auch an einem ordentlich gemachten integrierten MM-Eingang, aber irgendwann wird das Verhältnis etwas absurd: Ein Shibata-Diamant liest mit großer Präzision feinste Informationen aus der Rille, nur damit sie anschließend in einer mittelmäßigen Phonosektion verschwinden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas muss nicht sein.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMit einer hochwertigen Phonostufe wird gerade jene Ruhe hörbar, die das Black auszeichnet. Die Bühne wird stabiler, der Bass gewinnt an Kontrolle, feine dynamische Abstufungen treten klarer hervor und der Hochton wirkt weniger wie „mehr Information“, sondern einfach freier.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eÄhnlich wichtig ist der Plattenspieler selbst.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas 2M Black ist nicht der Tonabnehmer, den wir auf irgendein sehr einfaches Laufwerk setzen würden, nur weil er mechanisch daraufpasst. Es braucht einen Tonarm mit guter Lagerung und einen Plattenspieler, der genug mechanische Ruhe mitbringt, damit der Shibata-Schliff seine Fähigkeiten überhaupt zeigen kann.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuf einem guten Rega, Pro-Ject, Technics oder einem sauber aufgebauten Linn wird es interessant.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd zwar sehr.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGerade bei Laufwerken, die man bereits gut kennt, kann ein Wechsel zum Black fast ein wenig irritierend sein. Man erkennt den Charakter des Plattenspielers weiterhin, aber plötzlich scheint er tiefer in die Aufnahme greifen zu können. Der Bass wird genauer strukturiert, Stimmen bekommen mehr räumliche Stabilität und der Hochton öffnet sich, ohne dass man den Eindruck bekommt, ein anderer Plattenspieler stünde vor einem.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGenau so sollte ein Tonabnehmer-Upgrade funktionieren.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs ersetzt nicht den Charakter des Laufwerks.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs lässt mehr davon durch.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eFür Rega-Tonarme gibt es mit dem 2MR Black wiederum eine speziell flachere Variante, die Ortofon für Plattenspieler mit niedriger Einbauhöhe entwickelt hat. Technisch bleibt der wichtige Teil erhalten: Nude-Shibata-Diamant, 5 mV Ausgangsspannung, 22 µm\/mN Compliance, versilberte OFC-Spulen und 1,5 Gramm empfohlene Auflagekraft; das niedrigere Gehäuse bringt das 2MR Black allerdings auf 6 Gramm und erleichtert eine korrekte Tonarmgeometrie ohne zusätzliche Spacer.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eFür klassische S-förmige Tonarme mit SME-kompatiblem Bajonett bietet Ortofon außerdem die vormontierte Version auf dem SH-4-Headshell an, während für andere Montagekonzepte auch eine Verso-Ausführung existiert.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas bedeutet, dass sich das Black in erstaunlich viele Anlagen integrieren lässt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie wichtigere Frage ist eher, ob die restliche Anlage bereit dafür ist.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDenn das 2M Black kann nicht nur zeigen, wie gut eine Platte ist. Es zeigt ebenso deutlich, was Tonarm, Phonostufe und Lautsprecher davor und dahinter machen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas finden wir keineswegs negativ.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eIrgendwann sollte ein hochwertiger Tonabnehmer genau das tun.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWer allerdings eine bewusst warme, gemütliche Anlage besitzt und diesen Charakter unbedingt erhalten möchte, sollte das Black vorher anhören. Seine Transparenz und Lebendigkeit können in einer bereits sehr offensiv abgestimmten Kette zu viel des Guten werden, was auch unabhängige Tests immer wieder angemerkt haben.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eIn einer ausgewogenen Anlage passiert dafür etwas Wunderbares.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Black hat Energie.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs spielt nicht steril und auch nicht akademisch. Es kann richtig dynamisch werden, besitzt einen sehr direkten rhythmischen Zugriff und macht bei guter Musik erstaunlich viel Spaß. Die feine Nadelgeometrie führt also keineswegs dazu, dass man nur noch mit verschränkten Armen die Qualität einzelner Pressungen bewertet.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGanz im Gegenteil.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEine gute Funkplatte groovt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eRock bekommt Attacke.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin Orchester kann plötzlich aus völliger Ruhe heraus sehr groß werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd eine einzelne Stimme kann einen Raum mit erstaunlich wenig Aufwand vollständig einnehmen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eVielleicht ist das überhaupt der entscheidende Unterschied zwischen hoher Auflösung und guter Auflösung.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eHohe Auflösung zeigt viel.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGute Auflösung lässt einen vergessen, dass überhaupt etwas gezeigt wird.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas 2M Black kann, wenn der Rest der Anlage stimmt, erstaunlich oft zur zweiten Kategorie gehören.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuch gebrauchte Platten können damit spannend sein. Der langgezogene Shibata-Schliff berührt die Rillenflanke auf einer anderen Fläche als viele einfachere Nadeln, wodurch er in bestimmten Fällen Bereiche lesen kann, die von früher verwendeten sphärischen oder elliptischen Schliffen weniger beansprucht wurden. Daraus sollte man keine Wunderheilung für zerkratztes Vinyl ableiten, aber gerade bei gut erhaltenen älteren Pressungen kann ein hochwertiger Line-Contact-Schliff überraschend viel herausholen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSauberkeit wird dabei allerdings wichtiger.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin hochpräziser Diamant kann nur das lesen, was tatsächlich in der Rille liegt, und wenn sich dort zusätzlich Staub, Fasern und die Rückstände der letzten zwanzig Jahre befinden, bekommt man diese Information eben ebenfalls geliefert. Eine vernünftige Plattenwäsche und regelmäßige Nadelpflege gehören beim Black deshalb für uns ganz selbstverständlich dazu.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eOrtofon gibt für die Black-Nadel bei guter Pflege eine mögliche Lebensdauer von bis zu etwa 1000 Stunden ohne nennenswerte Leistungseinbußen an. Danach lässt sich der Nadeleinschub separat tauschen, ohne den gesamten Tonabnehmer ersetzen zu müssen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas ist im Alltag ein großer Vorteil gegenüber vielen hochwertigen MC-Systemen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eHat die Nadel irgendwann ihre Stunden hinter sich, muss kein kompletter Tonabnehmer entsorgt oder zum Retipping geschickt werden. Der Einschub wird gewechselt, der Generator bleibt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd wer noch weitergehen möchte, landet schließlich beim 2M Black LVB 250, dessen Nadeleinschub ebenfalls zur Bronze\/Black-Familie kompatibel ist. Das klassische Black bleibt für uns trotzdem ein ausgesprochen interessanter Sweet Spot, weil es bereits den Shibata-Schliff und den hochwertigen Generator mit versilbertem OFC-Spulendraht bietet, ohne preislich völlig aus dem Rahmen der 2M-Serie zu fallen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eOptisch ist das Ganze erstaunlich unspektakulär.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSchwarz auf Schwarz.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eKeine Farbe mehr, die den Rang innerhalb der Serie erklären muss. Das kantige 2M-Gehäuse bleibt, inspiriert von den Facetten eines Diamanten und ursprünglich gemeinsam mit Møller Jensen Design entwickelt, aber beim Black wirkt es beinahe etwas ernster als bei seinen roten, blauen und bronzefarbenen Geschwistern. Ortofon entwickelt und fertigt die 2M-Tonabnehmer in Dänemark. \u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs sieht aus wie ein Werkzeug.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin ziemlich schönes Werkzeug, aber eben eines, dessen eigentliche Aufgabe erst beginnt, wenn es auf der Platte sitzt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnd vielleicht passt genau das zum Charakter des 2M Black.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs braucht keine exotische Geschichte, kein Gehäuse aus irgendeinem seltenen Holz und keine technischen Versprechen, die nur unter Vollmond nachprüfbar sind.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs besitzt einen ausgezeichneten Generator, einen sehr anspruchsvollen Diamantschliff und mehr als hundert Jahre Erfahrung eines Unternehmens, das sich ziemlich intensiv damit beschäftigt hat, wie man eine mechanische Bewegung von wenigen Mikrometern in Musik verwandelt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Rest passiert in der Rille.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnsere Meinung\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Ortofon 2M Black ist für uns der Punkt, an dem die klassische 2M-Serie erwachsen wird und beginnt, ernsthaft an der Tür sehr hochwertiger Tonabnehmer zu klopfen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Shibata-Diamant macht dabei den entscheidenden Unterschied. Gegenüber dem 2M Bronze wird die Wiedergabe nicht einfach spektakulärer, sondern feiner organisiert, räumlich tiefer und in kleinen dynamischen Abstufungen deutlich selbstverständlicher. Die große Kontaktfläche des Nude-Shibata-Schliffs erlaubt es dem Black, sehr tief in die Struktur einer Aufnahme hineinzuhören, während der Generator mit versilberten OFC-Spulen, kräftigen 5 mV Ausgangsspannung und klassischer MM-Kompatibilität erfreulich unkompliziert bleibt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs ist allerdings auch ein Tonabnehmer, der Respekt vor der Justage einfordert und dessen Qualitäten an einem guten Laufwerk mit guter Phonostufe deutlich stärker zur Geltung kommen. Wer einfach irgendein System anschrauben und anschließend vergessen möchte, dass vorne am Tonarm etwas passiert, kann günstiger glücklich werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWer dagegen bereits einen guten Plattenspieler besitzt und wissen möchte, wie weit man mit einem klassischen MM-System gehen kann, sollte das Black unbedingt gehört haben.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDenn im besten Fall bekommt man hier nicht dieses typische „mehr Detail“, das man fünf Minuten lang beeindruckend findet.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMan bekommt mehr von der Aufnahme selbst: mehr Luft um eine Stimme, mehr Struktur in einem Basslauf, mehr Tiefe hinter den Musikern, mehr Ruhe zwischen den Tönen und vor allem ein stärkeres Gefühl dafür, dass Musik nicht aus einzelnen Frequenzen besteht, sondern aus Bewegungen, Räumen und winzigen zeitlichen Beziehungen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas 2M Black ist dabei keineswegs höflich, und genau das mögen wir daran. Wenn eine Platte großartig ist, kann es sie mit einer Offenheit und Intensität spielen, die einen sehr schnell daran erinnert, warum wir uns überhaupt noch mit diesem herrlich unpraktischen Medium beschäftigen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNicht wegen des Rituals.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWegen der Musik, die darin steckt.\u003c\/p\u003e","brand":"Ortofon","offers":[{"title":"Default Title","offer_id":54113481130331,"sku":null,"price":599.0,"currency_code":"EUR","in_stock":true}],"thumbnail_url":"\/\/cdn.shopify.com\/s\/files\/1\/0843\/6934\/2811\/files\/Ortofon_2M_Black_Tilt_Left_01.webp?v=1789740368","url":"https:\/\/www.longtone.at\/products\/ortofon-2m-black","provider":"Longtone HiFi","version":"1.0","type":"link"}