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Luxman B-100 Centennial
Luxman B-100 Centennial
Ein Paar Luxman B-100 CENTENNIAL bringt eine ziemlich unwiderstehliche Idee ins Wohnzimmer: jedem Lautsprecher eine eigene, kompromisslos aufwendige Endstufe zur Seite zu stellen, deren Reserven weit über das hinausgehen, was die meiste Musik im Alltag verlangt. Die großen, beleuchteten Zeigerinstrumente, das silberne Aluminium und die tiefen Gehäuse haben eine Präsenz, die man auch dann genießt, wenn gerade keine Musik läuft. Der eigentliche Reiz liegt allerdings in der Vorstellung, die dahintersteckt: Lieblingsaufnahmen mit jener Großzügigkeit wiederzugeben, bei der ein Basslauf Gewicht entwickeln darf und zugleich genug Aufmerksamkeit für die brüchige Stelle in einer Stimme bleibt. Mit der B-100 CENTENNIAL hat Luxman seine Erfahrung aus einem Jahrhundert Audiotechnik in ein Flaggschiff gegossen, das konsequent als Monoblock aufgebaut ist. Jede Endstufe versorgt einen einzigen Kanal; für eine Stereoanlage kommen entsprechend zwei Geräte zum Einsatz. Links und rechts verfügen damit über ein eigenes Netzteil und eine eigene Leistungsstufe, sodass sich die Kanäle ihre Energiereserven nicht teilen müssen. Sämtliche Leistungsangaben und auch die beeindruckenden 61,5 Kilogramm beziehen sich auf jeweils einen Monoblock. Schon dieser Aufbau macht deutlich, welchen Stellenwert Luxman hier der Stromversorgung und der mechanischen Substanz einräumt.
Besonders interessant wird es beim Blick auf die Betriebsart. Die B-100 CENTENNIAL liefert 125 Watt an acht Ohm beziehungsweise 250 Watt an vier Ohm und arbeitet an einer Acht-Ohm-Last bis zu einer Ausgangsleistung von 25 Watt im reinen Class-A-Bereich. Innerhalb dieses Bereichs bleiben die Ausgangstransistoren über den gesamten Signalzyklus leitend, wodurch die typischen Übernahmeeffekte zwischen den beiden Signalhälften vermieden werden können. Wie weit man damit beim Hören kommt, hängt vom Wirkungsgrad der Lautsprecher und vom gewünschten Pegel ab; gerade deshalb ist dieser großzügig ausgelegte Class-A-Bereich für viele Anlagen so attraktiv. Bei höherem Leistungsbedarf geht die Endstufe in den Class-AB-Betrieb über und stellt ihre weiteren Reserven zur Verfügung. Für kurze Impulse nennt Luxman sogar eine maximale Ausgangsleistung von 1.000 Watt an einem Ohm. Das ist ausdrücklich ein Momentanwert und keine Dauerleistungsangabe, zeigt aber, wie ernst es die Entwickler mit der Stromlieferfähigkeit meinen. Für Musik ist eine solche Reserve vor allem dann interessant, wenn ein Schlagzeugschlag, ein tiefer Synthesizer oder ein großes Orchester für einen Augenblick deutlich mehr Energie verlangen als der durchschnittliche Hörpegel vermuten lässt. Den technischen Unterbau dafür bildet Luxmans 4×4-Ausgangsarchitektur. Pro Monoblock arbeiten vier Verstärkermodule, die jeweils als dreistufige Darlington-Schaltung mit vier parallel geschalteten Push-Pull-Zweigen aufgebaut sind. Die Last verteilt sich dadurch auf viele Leistungshalbleiter, was dem Stromvermögen zugutekommt und die thermische Beanspruchung der einzelnen Bauteile reduziert. Hinter der scheinbar schlichten Typenbezeichnung steckt damit eine erheblich aufwendigere Konstruktion, als ein flüchtiger Blick auf die Nennleistung erkennen lässt. Wer sich für diskrete Verstärkerschaltungen interessiert, findet hier einen echten Grund, länger hinzusehen. Gesteuert wird dieses Ensemble von LIFES 1.1, der weiterentwickelten Luxman-Schaltung zur Fehlerkorrektur im Verstärkungsprozess. Sie erfasst die Abweichungen zwischen dem Eingangssignal und dem entsprechend verstärkten Ausgangssignal und nutzt diese Information zur Korrektur. In der Version 1.1 sind die Feldeffekttransistoren am Eingang des Fehlerverstärkers parallel angeordnet, um die Verzerrungen weiter zu senken. Das ist eine jener Änderungen, die von außen unsichtbar bleiben und für die Entwicklung dennoch zentral sind: Die hohe Ausgangsleistung soll mit einer präzisen Verarbeitung kleinster Signalanteile zusammengehen.
Dazu passen ein angegebener Klirrfaktor von höchstens 0,0014 Prozent bei einem Kilohertz an acht Ohm und ein Signal-Rausch-Abstand von 119 Dezibel nach IHF-A. Diese Werte beschreiben günstige Voraussetzungen dafür, dass leise Informationen im Signal erhalten bleiben, wenn die Leistungsstufe ihre Arbeit übernimmt. Gerade in einer hochwertigen Anlage, in der bereits die Quelle und die Vorstufe viel Aufwand in eine saubere Signalverarbeitung investieren, ist diese Konsequenz entscheidend. Die Endstufen sollen die kräftigsten Impulse einer Aufnahme bis zu den Lautsprechern tragen und dabei auch deren feine Abstufungen bewahren. Das Netzteil ist dabei eines der faszinierendsten Kapitel der B-100 CENTENNIAL. In jedem Gehäuse sitzt ein EI-Kern-Transformator mit 1.250 VA, dessen Wicklungen aus rechteckigem Kupferdraht gefertigt werden. Diese Bauweise unterstützt eine hohe magnetische Kopplung bei geringen Verlusten. Luxman bringt den Transformator in einem eigenen abgeschirmten Bereich unter und lagert ihn auf vibrationsdämpfendem Gummi, damit seine mechanischen und elektromagnetischen Einflüsse möglichst wenig auf die benachbarten Schaltungen einwirken. Wer ein solches Gerät öffnet, sieht deshalb auch eine klare räumliche Ordnung zwischen Energieversorgung und Verstärkertechnik.
Zum Transformator gesellen sich sechzehn speziell abgestimmte Siebkondensatoren mit jeweils 10.000 Mikrofarad, insgesamt also 160.000 Mikrofarad pro Endstufe. Sie sind in zwei übereinanderliegenden Gruppen zu je acht Stück angeordnet, deren Anschlusspunkte eng beieinander und in gleichen Abständen liegen. Luxman beschäftigt sich hier ebenso mit den Verbindungswegen wie mit der reinen Kapazität, denn ein großer Energiespeicher kann seine Aufgabe nur so gut erfüllen, wie es seine Anbindung an die Schaltung erlaubt. Dieser Aufwand schafft die Grundlage für eine Versorgung, die auch schnelle Änderungen des Strombedarfs auffangen kann. Selbst die Gleichrichtung bekommt eine ungewöhnlich differenzierte Behandlung. Im Netzteil verwendet Luxman Schottky-Dioden von Kyocera, während in der Versorgung der Spannungsverstärkerstufe hochspannungsfeste SiC-Schottky-Dioden von ROHM zum Einsatz kommen. Hinter SiC steckt Siliziumkarbid; die Materialwahl betrifft hier also gezielt die Stromversorgung eines bestimmten Schaltungsbereichs. Zusammen mit der Schottky-Technik geht es um eine effiziente Gleichrichtung mit geringem Schaltstörverhalten. Solche Details machen sichtbar, wie weit die Entwicklung über einen großen Transformator und eine eindrucksvolle Kondensatorbank hinausgeht.
Ähnlich konsequent verfolgt Luxman den Weg des verstärkten Signals bis zum Lautsprecheranschluss. Kräftige interne Ausgangsleitungen, eine eigens entwickelte große Ausgangsspule und parallel arbeitende Relaiskontakte halten den Widerstand dieses Weges niedrig; zu den Anschlussklemmen führen direkte Stromschienen. Der angegebene Dämpfungsfaktor beträgt 1.000 bei einem Kilohertz und 2.300 bei 50 Hertz, gemessen nach der EIAJ-Stromeinspeisemethode. Damit wird die niedrige Ausgangsimpedanz auch messtechnisch greifbar. Im Zusammenspiel mit einem passenden Lautsprecher ist das eine wichtige Voraussetzung dafür, dass dessen wechselnde elektrische Last die anliegende Signalspannung möglichst wenig beeinflusst.
Auch die Platinen zeigen, wie tief Luxman bei diesem Projekt ins Detail geht. In den Audioschaltungen kommen sogenannte Peel-Coat-Platinen mit 100 Mikrometer starker Kupferfolie und vergoldeten Leiterbahnen zum Einsatz. Auf den üblichen Lötstopplack wird dort verzichtet, Flussmittelreste werden entfernt, um die dielektrischen Einflüsse dieser Materialien zu reduzieren. Für die interne Verbindung im Eingangssignalweg verwendet Luxman außerdem eigens ausgeführte Leitungen mit 7N-Class-D.U.C.C.-Kupfer. Solche Entscheidungen ergeben gemeinsam mit der Schaltung und dem Layout ein Gesamtbild, in dem auch die unscheinbaren Zentimeter zwischen zwei Baugruppen Aufmerksamkeit bekommen. Die äußere Gestaltung trägt diesen Anspruch mit einer erstaunlich ruhigen Selbstverständlichkeit. Die Frontplatte ist 18 Millimeter stark, ihre seitlichen Abschrägungen geben dem massiven Gehäuse eine markante Kontur. Dazu kommt eine sechs Millimeter starke Deckplatte mit fein gebürsteter Oberfläche, während das silberne Blasted-White-Finish die Konturen der großen Gehäuse deutlich hervortreten lässt. Das verchromte CENTENNIAL-Emblem erinnert an Luxmans hundertjähriges Bestehen und fügt sich wie ein kleines Schmuckstück in die Front ein. Zusammen wirkt das großzügig und präzise, mit einer Formensprache, die neben modernen Lautsprechern ebenso funktioniert wie in einem Raum mit gewachsenen Lieblingsstücken.
Im Mittelpunkt steht das große analoge Leistungsinstrument, dessen Gestaltung auf die Luxman B-10 verweist. Weiße LEDs beleuchten die Skala mit einer warmen Anmutung, und die Bewegung des Zeigers macht einen Teil des musikalischen Geschehens sichtbar. Gerade bei zwei Monoblöcken entsteht daraus ein eigener visueller Rhythmus, dem man zwischendurch gerne zusieht. Wer sich beim Hören ganz auf den Raum zwischen den Lautsprechern konzentrieren möchte, kann zunächst die Beleuchtung und auf Wunsch auch die Anzeige selbst abschalten. Unter der schönen Oberfläche bildet ein besonders steifer Gehäuseboden aus zwei Stahlplatten von 2,3 und 3,2 Millimetern die Basis. Zusammen ergeben sie 5,5 Millimeter Materialstärke, auf denen das beträchtliche Innenleben sicher sitzt. Luxmans Loopless-Chassis berücksichtigt darüber hinaus die Wege von Gehäuseströmen, um deren Einfluss auf die Masseimpedanz zu begrenzen. Füße aus speziellem Gusseisen ergänzen das mechanische Konzept. Die sorgfältige Beschäftigung mit Masseführung, Abschirmung und Vibrationen zieht sich damit durch das gesamte Gerät. Für die Aufstellung sollte man diesen Monoblöcken entsprechend Platz einräumen. Jede B-100 CENTENNIAL misst 44 Zentimeter in der Breite, 24,3 Zentimeter in der Höhe und inklusive rückwärtiger Anschlüsse 65,1 Zentimeter in der Tiefe. Zusammen bringen zwei Geräte 123 Kilogramm auf die Waage, was nach einer tragfähigen Basis und ausreichend Freiraum zur Wärmeabfuhr verlangt. Ein reizvoller Vorteil der getrennten Gehäuse liegt darin, jede Endstufe nahe beim jeweiligen Lautsprecher aufstellen zu können. So lassen sich die Lautsprecherkabel kurz halten, während die Verbindung zur Vorstufe bei passender Verkabelung größere Distanzen überbrücken kann. Auf der Eingangsseite stehen dafür eine massive RCA-Buchse und ein symmetrischer XLR-Anschluss von Neutrik zur Verfügung. Gerade bei einer Aufstellung neben den Lautsprechern ist die symmetrische Verbindung zur Vorstufe praktisch, weil sie bei entsprechend aufgebauten Komponenten eine gute Unterdrückung eingestreuter Störungen ermöglicht. Die Polarität des symmetrischen Eingangs lässt sich direkt am Gerät umschalten, um unterschiedliche Anschlusskonventionen der vorgeschalteten Elektronik zu berücksichtigen. Die Lautstärke übernimmt eine geeignete Vorstufe; die B-100 konzentriert sich ganz auf die Verstärkung des ihr zugeführten Signals.
Die großzügigen Lautsprecherterminals nehmen auch kräftige Kabel mit Bananensteckern oder Kabelschuhen auf. Zwei parallel angeschlossene Klemmenpaare pro Monoblock erleichtern bei entsprechend ausgestatteten Lautsprechern das Bi-Wiring, wobei beide Zweige vom selben Verstärkerkanal versorgt werden. Über Trigger-Ein- und -Ausgänge lässt sich außerdem das Ein- und Ausschalten mit passenden Komponenten verknüpfen. Das sind praktische Details, die im täglichen Umgang mit einer großen Anlage angenehm viel ausmachen, weil die aufwendige Technik dadurch ganz selbstverständlich in den Höralltag findet.
Der musikalische Gedanke hinter diesem Aufwand lässt sich am besten an Aufnahmen festmachen, die beides verlangen: körperliche Energie und ein Gespür für Zwischentöne. Bei einem guten Livealbum hängt die Atmosphäre ebenso am Druck des Schlagzeugs wie an der hörbaren Entfernung zur letzten Publikumsreihe. Eine elektronische Produktion lebt vom tiefen Fundament und davon, wie präzise sich kleine rhythmische Verschiebungen darüber entfalten. Für genau dieses Nebeneinander aus großen Bewegungen und feiner Information schafft die B-100 CENTENNIAL mit ihrem Aufbau die Voraussetzungen, die man sich von einer Endstufe dieser Klasse wünscht. An der Luxman B-100 CENTENNIAL fasziniert uns, wie ernst sie den Gedanken einer eigenen Endstufe für jeden Lautsprecher nimmt. Der Class-A-Bereich, die vier aufwendigen Ausgangsmodule und die üppige Stromversorgung greifen als technische Entscheidungen ineinander, während die großen Instrumente und die massive Verarbeitung dem Ganzen eine sehr sinnliche Seite geben. Man bekommt einen Verstärker, dessen Konstruktion auch dann interessant bleibt, wenn man sich längst durch die ersten technischen Daten gearbeitet hat. Ein Paar dieser Monoblöcke passt zu Menschen, die ihre Anlage über Jahre aufbauen und irgendwann den Punkt erreichen, an dem sie der Leistungsverstärkung ebenso viel Aufmerksamkeit schenken möchten wie ihren Lautsprechern. Wer Freude an großen analogen Komponenten hat und Musik gerne mit Zeit und Hingabe hört, findet hier ein außergewöhnlich reizvolles Stück HiFi. Die B-100 CENTENNIAL macht aus Luxmans Jubiläum etwas, mit dem man jeden Abend leben kann – und aus zwei Endstufen einen verdammt schönen Grund, wieder ein ganzes Album aufzulegen.
Dieses Produkt ist exklusiv nur nach einem Beratungsgespräch bei uns in unserer HiFi-Geschäft erhältlich. Ein Versand ist leider nicht möglich.




Luxman
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