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Luxman C-10X
Luxman C-10X
Mit der Luxman C-10X bekommt der wichtigste Handgriff beim Musikhören eine fast schon unverschämt schöne Form: Man legt die Finger an den großen Aluminiumregler, erhöht die Lautstärke um eine Spur und lässt die Aufnahme den Raum übernehmen. Die gewichtete Mechanik, das Leuchten des Displays und die klaren Proportionen machen aus dieser Vorstufe ein Gerät, mit dem man gerne lebt. Hinter der sinnlichen Oberfläche steckt eine Entwicklung, die sich einer anspruchsvollen Aufgabe widmet: ein analoges Musiksignal so präzise zu regeln und weiterzugeben, dass die Qualitäten einer guten Quelle bis zur Endstufe erhalten bleiben.
Die C-10X ist Luxmans Flaggschiff unter den Transistorvorstufen und als Mittelpunkt einer hochwertigen Stereoanlage gedacht, deren einzelne Komponenten mit Bedacht gewählt wurden. Hier laufen die Signale des CD-Spielers, eines Streamers mit Analogausgang oder einer separaten Phonovorstufe zusammen, bevor sie mit dem passenden Pegel an die Leistungsverstärkung weitergegeben werden. Genau an dieser Stelle entscheidet sich, wie sorgfältig eine Anlage mit dem umgeht, was ihre Quellen liefern. Wer viel in seine Musiksammlung und deren Wiedergabe investiert hat, findet in dieser Aufgabe einen sehr guten Grund, sich mit der C-10X näher zu beschäftigen.
Den größten Entwicklungsaufwand erkennt man ausgerechnet an jenem Bauteil, das man am häufigsten benutzt. Luxmans LECUA-EX-Lautstärkeregelung arbeitet mit elektronisch geschalteten Festwiderständen, die das analoge Signal definiert abschwächen. Der große Drehknopf steuert einen hochpräzisen Encoder, dessen Impulse von der Steuerelektronik ausgewertet werden; das Musiksignal selbst durchläuft die analoge Widerstandsschaltung. Dadurch lassen sich Bedienung und Signalverarbeitung räumlich voneinander lösen, während die eigentliche Lautstärkeregelung unmittelbar dort sitzt, wo sie im Schaltungsaufbau gebraucht wird.
Zur Verfügung stehen 192 Stufen in feinen Schritten von jeweils 0,5 Dezibel, von 0 bis −95,5 Dezibel Dämpfung, ergänzt um die Stummschaltung. Das ist vor allem deshalb reizvoll, weil sich der richtige Hörpegel sehr genau und jederzeit wiederholbar treffen lässt. Gerade bei empfindlichen Lautsprechern oder kräftigen Endstufen kann schon eine kleine Bewegung am Lautstärkeregler einen deutlichen Unterschied machen. Die fein abgestufte Widerstandsregelung schafft hier eine präzise Grundlage und ermöglicht zugleich einen definierten Gleichlauf der beiden Kanäle, auch wenn man weit unterhalb gehobener Zimmerlautstärke hört. Für das Gefühl in der Hand hat Luxman einen eigenen gewichteten Drehmechanismus entwickelt. Der aus Aluminium gefertigte Regler bringt damit jene spürbare Trägheit mit, die man an großen analogen Komponenten schätzt, während die Elektronik seine Bewegung fein aufgelöst erfasst. Bei schnellerem Drehen lässt sich die Pegeländerung beschleunigen, ebenso beim längeren Drücken der Lautstärketasten auf der Fernbedienung. Im Alltag verbindet sich dadurch die Genauigkeit kleiner Schritte mit der Möglichkeit, den Pegel zügig über einen größeren Bereich zu verändern.
Wie ernst Luxman die Lautstärkeregelung nimmt, zeigt ihre Einbindung in den Verstärker. LECUA-EX und die diskret aufgebaute Vorverstärkerschaltung sind in einer dreidimensionalen Anordnung direkt miteinander verbunden, um die Signalwege kurz zu halten. Vier gleichartig ausgeführte Schaltungszweige bilden den vollsymmetrischen Aufbau und verarbeiten die beiden Signalpolaritäten des linken und rechten Kanals. Diese Symmetrie zieht sich damit durch die eigentliche Audiotechnik. Wer eine hochwertige Quelle und eine passende Endstufe symmetrisch verbindet, kann die C-10X als Teil einer durchgehend symmetrischen Signalkette einsetzen.
Für die Verstärkung verwendet Luxman LIFES 1.0, die aus der langjährigen Entwicklung der ODNF-Schaltungen hervorgegangene Gegenkopplungstechnik. Ihr Konzept konzentriert sich darauf, im Verstärkungsprozess entstandene Fehleranteile zu erfassen und zur Korrektur zurückzuführen. Im zugehörigen Fehlerverstärker arbeiten unter anderem Dual-FETs am Eingang sowie Dual-Transistoren in Kaskoden- und Stromspiegelschaltungen. Dahinter steht das Ziel, die Linearität und das Verhalten bei hohen Frequenzen zu verbessern und die ursprüngliche Signalform möglichst genau zu bewahren. Für technisch interessierte Hörer liegt ein wesentlicher Reiz darin, wie eng Luxman hier Regelung, Verstärkung und physisches Layout zusammen entwickelt.
Die angegebenen Rauschwerte passen zu diesem Aufwand: Luxman nennt einen Signal-Rausch-Abstand von 132 Dezibel am symmetrischen und 129 Dezibel am unsymmetrischen Ausgang, jeweils nach IHF-A. Dazu kommt ein Frequenzgang von fünf Hertz bis 110 Kilohertz innerhalb der angegebenen −3-dB-Grenzen. Der Aufwand richtet sich gerade auf die kleinen Informationen, die einer Aufnahme Atmosphäre geben, etwa den langen Ausklang eines Klaviers oder die feine Veränderung im Ausdruck einer leise gesungenen Phrase. Die C-10X soll solche Signale mit möglichst geringem Eigenrauschen weiterreichen, damit die nachfolgende Verstärkung eine entsprechend saubere Grundlage erhält.
Bei der Ansteuerung der Endstufe bringt sie ebenfalls reichlich Spielraum mit. Die Verstärkung beträgt 15 Dezibel, die maximale Ausgangsspannung erreicht symmetrisch 28,7 Volt und unsymmetrisch 14,1 Volt. Mit Ausgangsimpedanzen von 180 Ohm über XLR und 90 Ohm über Cinch schafft Luxman zudem günstige Voraussetzungen für die Verbindung zu geeigneten Endstufeneingängen. Gerade wenn die Leistungsendstufen nahe an den Lautsprechern stehen und die Vorstufe ihren Platz beim Rest der Elektronik behält, ist eine belastbare Ausgangsstufe ein wichtiger Teil des Konzepts.
Entsprechend aufwendig fällt die Stromversorgung aus. Ein CI-Kern-Transformator arbeitet mit sieben speziell ausgeführten Siebkondensatoren zu je 3.300 Mikrofarad zusammen, die insgesamt 23.100 Mikrofarad Kapazität bereitstellen. Die Versorgung soll auch bei wechselnden Anforderungen stabil bleiben und den Verstärkerstufen eine saubere Arbeitsgrundlage geben. In der Gleichrichtung setzt Luxman auf Schottky-Dioden von Kyocera, deren Schaltverhalten und Wirkungsgrad zu diesem Ansatz passen. Gerade bei einer Vorstufe, die kleine Signale mit hoher Präzision verarbeitet, gehören Versorgung und Masseführung unmittelbar zur Qualität der Audioschaltung. Auf den Audioplatinen finden sich weitere Details, die man eher bei einem Blick ins Innere als auf einer gewöhnlichen Ausstattungsliste entdeckt. Luxman verwendet Peel-Coat-Platinen mit 100 Mikrometer starker Kupferfolie und vergoldeten Leiterbahnen, auf denen der übliche Lötstopplack entfällt, um dessen dielektrische Einflüsse zu reduzieren. Die Leiterbahnen folgen gerundeten Verläufen und werden mit möglichst gleichmäßiger Breite geführt. Zusammen mit der internen OFC-Verkabelung und eigens spezifizierten Bauteilen ergibt sich ein Aufbau, bei dem auch die Ausführung zwischen den großen Funktionsblöcken Teil der Entwicklung ist.
Nach außen öffnet sich diese Technik über jeweils drei Stereo-Line-Eingänge in Cinch- und XLR-Ausführung. Damit lässt sich eine Anlage mit mehreren hochwertigen Quellen aufbauen, ohne bereits bei der zweiten oder dritten Verbindung über zusätzliche Umschalter nachdenken zu müssen. Ein Plattenspieler findet über eine passende externe Phonovorstufe Anschluss, während digitale Quellen ihr bereits gewandeltes Analogsignal an die C-10X übergeben. Die XLR-Buchsen stammen von Neutrik, die massiven Cinch-Anschlüsse sind mit einem Abstand von 27 Millimetern angeordnet und lassen dadurch auch größeren Steckern vernünftig Platz.
Besonders praktisch ist die Möglichkeit, unterschiedliche Quellen im Pegel aneinander anzugleichen. Für jeden Eingang lässt sich ein Offset zwischen null und minus sechs Dezibel speichern, wodurch etwa ein kräftiger DAC-Ausgang beim Umschalten näher an den Pegel einer zurückhaltender ausgelegten Quelle rückt. Zusätzlich erlaubt LECUA-EX die Anpassung der Links-rechts-Balance über die vorhandene Widerstandsregelung. Solche Funktionen machen sich vor allem in einer über Jahre gewachsenen Anlage bezahlt, in der Geräte verschiedener Hersteller und Generationen zusammenfinden sollen. Auch die Polarität der symmetrischen Verbindung lässt sich über Presets an unterschiedliche Anschlusskonventionen anpassen.
Auf der Ausgangsseite stehen jeweils zwei Stereo-Anschlusspaare in Cinch- und XLR-Ausführung bereit, deren Nutzung über den gewählten Ausgangsmodus bestimmt wird. Für entsprechend aufgebaute Anlagen bietet die C-10X zusätzlich einen Bi-Amping-Modus mit Pegelabgleich bis ±6 Dezibel. So können getrennte Endstufen für die jeweiligen Lautsprecherzweige aufeinander abgestimmt werden, während die passive Frequenzweiche im Lautsprecher ihre Aufgabe behält. Dieser Modus arbeitet über die Cinch-Eingänge und Cinch-Ausgänge. Wer einen solchen Ausbau plant, bekommt damit eine durchdachte analoge Grundlage für die Abstimmung.
Dass Luxman auch den ganz normalen Höralltag ernst nimmt, zeigt die Klangregelung. Bass und Höhen lassen sich bei Bedarf an die Aufnahme und den persönlichen Geschmack anpassen, was bei einer großen Musiksammlung durchaus seinen Reiz hat. Schließlich klingt ein altes Lieblingsalbum aus den Achtzigern oft anders als eine aktuelle Produktion, und manchmal genügt eine kleine Korrektur, damit man sich wieder mehr mit der Musik beschäftigt. Über Line Straight lässt sich die Klangregelung vollständig umgehen; dabei bleibt auch die Loudness-Funktion außer Betrieb. Für leises Hören steht eine zuschaltbare, an die Lautstärke gekoppelte Loudness bereit, die das veränderte Empfinden von tiefen und hohen Frequenzen bei niedrigen Pegeln berücksichtigt. Gerade wenn man Musik auch dann ernsthaft hören möchte, wenn im Nebenraum bereits jemand schläft, ist diese Möglichkeit sinnvoll. Man kann die Wiedergabe an den Moment anpassen und danach wieder zur unveränderten Einstellung zurückkehren. Die C-10X lässt ihrem Besitzer damit bewusst Spielraum dafür, wie Musik zu Hause gehört wird.
Eine ebenso clevere Lösung gibt es für Anlagen, die Stereo und Heimkino miteinander verbinden. Der separate External-Pre-Eingang kann das bereits lautstärkegeregelte Signal eines AV-Prozessors direkt an die Cinch-Ausgänge durchreichen, sodass dieselben Endstufen und Frontlautsprecher in beiden Anlagen genutzt werden können. Die Lautstärke übernimmt in diesem Betrieb der angeschlossene Prozessor. Dieser analoge Durchschleifweg steht auch bei ausgeschalteter beziehungsweise im Standby befindlicher C-10X zur Verfügung – ein ausgesprochen praktisches Detail für den Filmabend.
Passende Endstufen lassen sich außerdem über zwei 12-Volt-Trigger-Ausgänge gemeinsam mit der Vorstufe einschalten. Gerade mit einem Paar Monoblöcken entsteht daraus eine angenehm einfache Bedienung, obwohl mehrere große Komponenten miteinander arbeiten. Die beiliegende Aluminiumfernbedienung RA-20 macht die meisten Funktionen vom Hörplatz aus zugänglich, während das dimmbare Fluoreszenzdisplay über Eingang und Pegel informiert. Auf Wunsch wächst die Lautstärkeanzeige auf die vierfache Größe, sodass sie auch aus größerer Entfernung gut erkennbar bleibt. Bei aller funktionalen Finesse bleibt die C-10X ein Gerät, das man gerne sichtbar aufstellt. Die stark abgeschrägten Seiten der massiven Front und die feine Einziehung zum Gehäuse geben ihr jene plastische Form, die auch die M-10X und D-10X auszeichnet. Das silberne Blasted-White-Finish trifft auf eine fein gebürstete Aluminiumdeckplatte, deren Oberfläche das Licht anders aufnimmt als die Front. Mit 44 Zentimetern Breite, 13 Zentimetern Höhe und 43,4 Zentimetern Tiefe einschließlich Reglern und Anschlüssen wirkt sie großzügig proportioniert; ihre 19,8 Kilogramm vermitteln bereits beim Aufstellen, wie viel Substanz in diesem Gehäuse steckt.
Die mechanische Konstruktion folgt demselben Anspruch wie die Elektronik. Luxmans Loopless-Chassis berücksichtigt Gehäuseströme und deren mögliche Einflüsse auf Masseimpedanz und Magnetfelder. Große Füße aus Gusseisen mit Dichtegradient stützen das Gerät und sind Teil der Maßnahmen gegen äußere und im Gerät entstehende Vibrationen. Die Beschäftigung mit den Arbeitsbedingungen der Schaltung reicht damit von der Versorgungsspannung bis zur mechanischen Basis. An der Luxman C-10X gefällt uns besonders, wie eng die Freude an schöner Technik mit ihrem eigentlichen Nutzen verbunden ist. Die aufwendige Widerstandsregelung wird bei jeder Veränderung des Hörpegels gebraucht, die flexible Pegelanpassung hilft beim Zusammenstellen der Anlage, und der vollsymmetrische Aufbau schafft eine konsequente Verbindung zwischen geeigneten Quellen und Endstufen. Mit einer M-10X oder einem Paar B-100 CENTENNIAL lässt sich daraus eine eindrucksvolle Luxman-Kombination aufbauen; ebenso interessant ist sie als Zentrum einer sorgfältig zusammengestellten Anlage mit anderer Leistungsverstärkung. Ihr besonderer Reiz liegt darin, dass man sich mit all diesen Einzelheiten beschäftigen kann und beim Hören trotzdem zu einem sehr einfachen Handgriff zurückfindet. Ein wenig mehr Pegel, weil die Aufnahme gerade danach verlangt, und dann bleibt die Hand auf der Armlehne, während das Album weiterläuft.
Dieses Produkt ist exklusiv nur nach einem Beratungsgespräch bei uns in unserer HiFi-Geschäft erhältlich. Ein Versand ist leider nicht möglich.





Luxman
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