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Luxman D-10X
Luxman D-10X
Beim Luxman D-10X reicht die Hingabe zur Musikwiedergabe bis in das Innere eines einzelnen Halbleiters. Seine Entwicklung war eng mit dem Debüt von ROHMs MUS-IC-Wandlertechnik verbunden, während Luxman rundherum eine Quelle aufbaute, deren mechanische und analoge Konstruktion denselben hohen Anspruch verfolgt. Herausgekommen ist ein SACD- und CD-Spieler, der genügend technische Substanz für einen langen Abend unter HiFi-Enthusiasten besitzt und dabei vor allem Lust darauf machen soll, endlich wieder ein ganzes Album zu hören. Schon seine Erscheinung hat etwas Verführerisches. Die helle Aluminiumfront mit ihren markanten Kanten, die sorgfältig gesetzten Bedienelemente und das tief eingelassene Anzeigefenster ergeben eine Gestaltung, die man gerne im Blickfeld hat. Mit 22,4 Kilogramm bringt der D-10X außerdem eine stattliche Masse mit. Wer ihn einmal an seinen vorgesehenen Platz hebt, bekommt eine erste Vorstellung davon, wie großzügig Luxman Laufwerk, Chassis und Stromversorgung ausgelegt hat.
Seine Aufgabe reicht von der klassischen Audio-CD über die Stereo-Spur einer SACD bis zur Wandlung hochauflösender Musik von externen Quellen. Für eine Sammlung, die über Jahre auf unterschiedlichen Medien gewachsen ist, bietet das eine ausgesprochen schöne Perspektive. Die besondere Pressung aus dem Regal, die sorgfältig ausgewählte SACD und ein neues Album vom separaten Streamer können dieselbe aufwendige Wandler- und Ausgangssektion nutzen.
Die mechanische Grundlage dafür trägt den Namen LxDTM-i. Luxman umschließt das Laufwerk mit acht Millimeter starken Aluminium-Seitenrahmen und einer fünf Millimeter starken Stahlabdeckung. Die seitlichen Strukturen erstrecken sich von der Front bis zur Rückseite und übernehmen damit eine tragende Rolle innerhalb der gesamten Konstruktion. Das Laufwerk wird unmittelbar in diese Rahmenstruktur eingebunden, wodurch eine besonders steife Einheit entsteht.
Diese Ausführung ist eine Weiterentwicklung des ursprünglichen LxDTM-Konzepts. Luxman hat die Befestigung der Mechanik so überarbeitet, dass sie direkt mit dem tragenden Rahmen verbunden ist. Die Konstruktion soll äußere Vibrationen möglichst wirksam vom Antrieb fernhalten und präzise, stabile Bedingungen für das Lesen der Disc schaffen. Auch die Position des Laufwerks auf der linken Seite gehört zum Gesamtkonzept, weil sie Platz für die aufwendige Analogelektronik und eine gezielte Führung der Verbindungen lässt.
Die Schublade besteht aus Aluminiumdruckguss und arbeitet mit einem auf leise, gleichmäßige Bewegung ausgelegten Lademechanismus. Ergänzt wird sie durch einen Staubschutz-Shutter, der den Laufwerksbereich zusätzlich abschirmt und auch der Geräuschdämmung dient. Solche Details betreffen den Teil des Players, mit dem man bei jedem Album unmittelbar umgeht. Eine Disc einzulegen darf sich bei einem Gerät dieser Klasse durchaus wie ein kleiner Luxus anfühlen.
Im Zentrum der Digitalverarbeitung arbeiten zwei ROHM BD34301EKV aus der MUS-IC-Serie, jeweils im Mono-Modus für einen Stereokanal. Mit dem D-10X feierte diese Wandlerplattform ihre Gerätepremiere. Für Luxman ging es dabei um eine sehr konkrete Entwicklungsentscheidung: In der Zusammenarbeit mit ROHM entstand die Grundlage für eine neue Schaltung, die den eigenen Vorstellungen von hochwertiger Digitalwiedergabe entsprechen sollte. Interessant ist insbesondere, dass der BD34301EKV ein Stromausgangs-DAC ist. Das gewandelte Signal liegt zunächst als Strom vor und muss durch eine I/V-Schaltung in eine Spannung überführt werden. Damit bleibt dem Geräteentwickler ein wesentlicher Teil der analogen Umsetzung überlassen. Die Strom-Spannungs-Wandlung und die anschließende Ausgangsstufe bestimmen mit, wie aus dem Halbleiter eine vollständige Quelle für einen realen Verstärkereingang wird.
Genau hier setzt Luxman mit einer seiner spannendsten Eigenentwicklungen an. Der D-10X besitzt eine vollständig symmetrische, diskret aufgebaute Analogsektion mit ODNF-u, ausgeschrieben „Only Distortion Negative Feedback – ultimate“. Vier Verstärkerkanäle verarbeiten die beiden Signalhälften des linken und rechten Audiokanals. Diese Schaltung trägt deutlich die Handschrift eines Unternehmens, das sich seit Jahrzehnten intensiv mit Verstärkerelektronik beschäftigt. Das Prinzip von ODNF besteht darin, die während der Verstärkung entstehenden Fehleranteile zu erfassen und für eine gezielte Gegenkopplung zu verwenden. In der u-Ausführung wurde die Genauigkeit dieser Fehlererkennung weiterentwickelt. Das ist ein wichtiger Zusammenhang: Eine Korrekturschaltung kann nur so präzise arbeiten wie die Schaltung, die zunächst erkennen muss, welche Abweichung überhaupt entstanden ist.
Luxman geht dabei bis in die einzelnen Verstärkungsstufen. Die erste Stufe des Hauptverstärkers ist vierfach parallel ausgeführt, die zweite arbeitet mit einer Darlington-Schaltung. In der Fehlererkennung wird wiederum eine dreifach parallele Eingangsstufe verwendet. Dazu kommen abgestimmte Doppeltransistoren in Kaskoden- und Stromspiegelschaltungen, um die Unterschiede zwischen einzelnen Bauteilen zu begrenzen. Ziel dieses Aufwands sind niedrigere Verzerrungen, geringeres Rauschen und eine präzisere Erfassung der zu korrigierenden Signalanteile. Auch die Filterung ist Teil dieser analogen Architektur. Luxman setzt auf drei innerhalb der Schaltung eingebundene Filterfunktionen erster Ordnung und kommt dadurch ohne einen eigenständigen konventionellen Ausgangsfilterblock aus. Die notwendige Begrenzung hochfrequenter Signalanteile wird also unmittelbar mit der Verstärkerschaltung abgestimmt. Das ist eine besonders reizvolle konstruktive Entscheidung, weil Signalaufbereitung und Filterung gemeinsam entwickelt werden.
Die gleiche Sorgfalt findet sich auf den Audioplatinen. Ihre Kupferauflage ist 100 Mikrometer stark, die Oberflächen sind vergoldet, und im Audiosignalbereich verwendet Luxman Peel-Coat-Platinen ohne dauerhaft verbleibende Lötstoppmaske. Damit beschäftigt sich der Hersteller auch mit den elektrischen Eigenschaften des Leiterplattenaufbaus, darunter unerwünschte Kapazitäten und die dielektrischen Einflüsse der Beschichtung.
Die Leiterbahnen folgen dabei Luxmans charakteristischem Muster mit weich geführten Kurven, sodass auch die praktische Ausführung der Verbindungen ihre eigene Handschrift bekommt. Bei der Stromversorgung wird dieser Aufwand besonders greifbar. Ein großer CI-Kerntransformator arbeitet mit zwölf eigens ausgelegten Kondensatoren zu jeweils 3.300 Mikrofarad zusammen. Insgesamt stehen damit 39.600 Mikrofarad Siebkapazität bereit. Gegenüber dem Vorgängermodell D-08u wurde der Transformator um 27 Prozent leistungsfähiger dimensioniert, während die einzelnen Schaltungsbereiche über eigene Regler versorgt werden. Für die Gleichrichtung verwendet Luxman Schottky-Dioden von Kyocera, die für geringes Schaltrauschen gewählt wurden. Das ist ein Detail, das in einer allgemeinen Feature-Liste leicht untergeht, aber sehr gut zeigt, wo die Entwickler ansetzen. Eine hochwertige Analogschaltung braucht eine stabile Versorgung, und bereits die Umwandlung der Wechselspannung in Gleichspannung gehört zu den Stellen, an denen sich unerwünschte Störanteile begrenzen lassen. Das Chassis verbindet eine geschirmte Konstruktion mit Luxmans „Loop-less“-Aufbau, der den Einfluss von Chassisströmen, Masseimpedanzen und Magnetfeldern begrenzen soll. Die mechanische Basis bilden Gusseisenfüße mit einer gezielten Dichteverteilung zur Resonanzkontrolle. Zusammen mit dem massiven Laufwerksrahmen ergibt sich ein Gerät, dessen innere Struktur genauso ernst genommen wird wie die sichtbare Oberfläche. Für die zeitliche Genauigkeit sorgt eine besonders phasenrauscharme Taktreferenz. Luxman achtet dabei gezielt auf das Rauschen nahe der Oszillationsfrequenz, um eine saubere Clock für die digitale Verarbeitung und Wandlung bereitzustellen. Am USB-Eingang übernimmt ein eigener DSP die asynchrone Kommunikation. Der Player richtet die Verarbeitung damit auf die Bedingungen der zugespielten Quelle aus und kümmert sich um die Taktaufbereitung innerhalb des Geräts.
Bei SACDs und DSD-Dateien stehen außerdem zwei Einstellungen des analogen FIR-Filters zur Verfügung. Sie erlauben eine gezielte Wahl innerhalb der DSD-Wiedergabe und lassen sich mit vertrauten Aufnahmen im eigenen System vergleichen. Das passt gut zu einer Anlage, deren Besitzer gerne genauer hinhören und einzelne Abstimmungen bewusst vornehmen möchten. Die bevorzugte Einstellung bleibt anschließend für den normalen Musikalltag erhalten.
Eine tatsächlich hörpraktische Besonderheit sind die unterschiedlichen analogen Ausgangspegel. Für PCM nennt Luxman 2,4 Volt, für SACD und DSD 1,3 Volt. Die Entwickler haben bei der Konzeption des D-10X bewusst auf eine digitale Pegelangleichung verzichtet. Wer die Schichten einer Hybrid-SACD unmittelbar miteinander vergleicht, berücksichtigt deshalb die unterschiedliche Lautstärke am Verstärker, damit die Beurteilung bei vergleichbarem Pegel stattfindet.
Der musikalische Anspruch hinter dieser Konstruktion richtet sich auf feine dynamische Abstufungen, den Charakter von Stimmen und Instrumenten und die räumliche Atmosphäre einer Aufnahme. Bei einer vertrauten Stimme geht es dabei oft um kleine Veränderungen innerhalb einer Zeile, die ihrer Interpretation erst die besondere Spannung geben. Solche Nuancen möchten wir als Teil der Darbietung hören können.
Gerade bei einem guten Jazztrio lässt sich beschreiben, worauf wir bei einer solchen Quelle achten würden. Ein Kontrabass soll seine Saitenspannung und seinen Resonanzkörper behalten, während die kleinen Akzente des Schlagzeugs die Phrasierung des Klaviers mittragen. Bei einer dichten elektronischen Produktion stehen andere Dinge im Vordergrund, etwa die Staffelung der Flächen und das genaue Verhältnis zwischen Bassimpuls und Nachklang. Eine anspruchsvolle Quelle soll diesen unterschiedlichen Aufnahmen ihren jeweiligen Charakter lassen.
Der D-10X kann dabei auch die Wandlung für eine separate Streamingquelle übernehmen. Über USB-B verarbeitet er PCM bis 768 Kilohertz bei 32 Bit und DSD bis DSD512. Ein geeigneter Netzwerktransport oder Computer liefert die Musikdaten, während der Luxman seine vollständige Wandler- und Analogsektion zur Verfügung stellt. Das macht ihn für Anlagen interessant, in denen physische Tonträger und eine digitale Bibliothek gleichberechtigt nebeneinander verwendet werden.
Ein Luxman NT-07 ist dafür ein naheliegender Partner, ebenso ein passender vorhandener Streamer mit Digitalausgang. Der Zugang zu Netzwerkbibliotheken und Streamingdiensten bleibt beim externen Quellgerät. Über einen koaxialen und zwei optische Digitaleingänge lässt sich der D-10X außerdem mit weiteren Quellen verbinden; diese Eingänge akzeptieren PCM bis 192 Kilohertz bei 24 Bit. Für USB-Audio unterstützt der Luxman neben dem üblichen isochronen Transfer auch Bulk Pet. Mit entsprechender Treibersoftware stehen vier Übertragungsmodi zur Verfügung, die das Muster der Datenübertragung und die Verarbeitungslast zwischen Computer und Empfänger verändern. Die Audiodaten selbst bleiben unverändert. Der Ansatz betrifft die Arbeitsbedingungen der Elektronik und eröffnet eine zusätzliche Möglichkeit, die Computerwiedergabe im konkreten System abzustimmen.
Zum Abspielen geeigneter Musikdateien bietet Luxman den kostenlos erhältlichen LUXMAN Audio Player für Windows und macOS an. Wer MQA-CDs oder entsprechende Dateien besitzt, kann zudem die vollständige MQA-Dekodierung des D-10X nutzen. Sie steht bei der Disc-Wiedergabe sowie über USB, den koaxialen und die optischen Eingänge zur Verfügung. Die umfangreiche Formatunterstützung ergänzt damit die klassische Aufgabe des Players, eine vorhandene CD- und SACD-Sammlung auf hohem Niveau wiederzugeben. Die analogen Anschlüsse verdienen ebenfalls Aufmerksamkeit. Für die Cinch-Ausgänge verwendet Luxman vergoldete Buchsen aus einer speziell gewählten Kupferlegierung, die hohe Leitfähigkeit mit mechanischer Festigkeit verbinden soll. Die symmetrischen Ausgänge stammen von Neutrik. Über die Phase-Invert-Funktion lässt sich außerdem die absolute Polarität der analogen Ausgabe umschalten und bei der Systemeinrichtung berücksichtigen. Ein koaxialer und ein optischer Digitalausgang erlauben bei der CD-Wiedergabe auch die Verwendung eines externen Wandlers. Die SACD-Schicht und DSD-Dateien werden über diese Anschlüsse nicht ausgegeben. Gerade die eigene ODNF-u-Ausgangsstufe ist allerdings ein wesentlicher Teil dessen, was den vollständigen D-10X ausmacht, und verdient bei der Zusammenstellung der Anlage besondere Aufmerksamkeit.
Im täglichen Umgang bleibt der große Luxman übersichtlich. Das FL-Display lässt sich dimmen und bietet eine vierfache Zoom-Darstellung, mit der Titelnummer und Spielzeit aus der Hörposition besser erfasst werden können. Die mitgelieferte Aluminium-Fernbedienung RD-29 greift das Finish der Front auf und erlaubt die direkte Titelwahl über ihr Ziffernfeld. Für eine CD oder SACD hat man damit alles zur Hand, was ein Musikabend braucht.Diese Verbindung aus aufwendiger Technik und vertrauter Bedienung macht einen Teil seiner Anziehungskraft aus. Man darf sich intensiv mit der Fehlererkennung der Analogstufe beschäftigen und später trotzdem einfach eine Disc einlegen, während das Booklet auf dem Tisch liegt und das Telefon irgendwo anders bleiben kann. Die Konstruktion liefert genügend Stoff für Neugier, verlangt im Alltag aber keine ständige Beschäftigung mit sich selbst.
Bei Longtone sehen wir den D-10X als Quelle für sorgfältig aufgebaute Anlagen, in denen Verstärker, Lautsprecher und Raum bereits entsprechend aufeinander abgestimmt sind. Dort lässt sich mit vertrauter Musik beurteilen, wie seine Auslegung zur eigenen Vorstellung vom Hören passt. Dass er gestalterisch auch mit Luxmans großen Verstärkerkomponenten eine ausgesprochen schöne Verbindung eingeht, gehört selbstverständlich zum Reiz einer solchen Anlage.
Dieses Produkt ist exklusiv nur nach einem Beratungsgespräch bei uns in unserer HiFi-Geschäft erhältlich. Ein Versand ist leider nicht möglich.

Luxman
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