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Luxman L-509Z

Luxman L-509Z

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Beim Luxman L-509Z bekommt schon das Aufdrehen etwas Verführerisches: Der große Lautstärkeregler dreht sich mit einer satten, gewichteten Bewegung, die beiden beleuchteten Zeigerinstrumente bringen Bewegung in die silberne Front, und plötzlich versteht man wieder sehr gut, warum eine HiFi-Anlage auch ein Gegenstand sein darf, den man gerne ansieht und berührt. Dieser Verstärker hat Präsenz, ohne sich mit seinem Design in den Vordergrund zu drängen, und unter dem massiven Aluminium steckt eine Konstruktion, mit der sich auch ein ziemlich ausgedehnter Abend unter Technikbegeisterten bestreiten ließe.

Innerhalb der Luxman Z-Serie steht der L-509Z ganz oben und verfolgt einen reizvollen Gedanken: Die Sorgfalt, die sonst einer aufwendigen Vorstufe und einer eigenständigen Endstufe gilt, soll in einem einzigen Gerät zusammenkommen. Luxman nennt das „Single-Chassis Separates“. Für dich entsteht daraus eine Anlage mit einem zentralen Verstärker, an dem sich Plattenspieler, Digitalplayer und ein externer Streaming-DAC ebenso selbstverständlich begegnen wie unterschiedliche musikalische Vorlieben. Wer seine Sammlung über Jahre aufgebaut hat und heute zwischen einer alten Lieblingsplatte und einer gerade entdeckten Veröffentlichung wechselt, findet hier einen ausgesprochen attraktiven Mittelpunkt.

Wie ernst Luxman dieses Konzept nimmt, zeigt sich bereits in der Vorverstärkung. Sie bestimmt mit, was von der angeschlossenen Quelle bei der Endstufe ankommt, und verdient deshalb mindestens so viel Aufmerksamkeit wie die Leistungstransistoren. Beim L-509Z sind sowohl die Vorstufen- als auch die Endstufenschaltung vollständig diskret aufgebaut und mit eigenen LIFES-Modulen ausgestattet. Das ist einer der wesentlichen Unterschiede dieses Modells: Luxmans zentrale Verstärkertechnologie prägt beide Abschnitte des Signalwegs. LIFES steht für „Luxman Integrated Feedback Engine System“ und kommt hier in Version 1.0 zum Einsatz. Die Entwicklung baut auf den Erfahrungen mit Luxmans ODNF-Schaltungen auf; im Zuge der Arbeit an der großen M-10X wurde deren über Jahre gewachsene Architektur grundlegend überarbeitet. Im Mittelpunkt steht die gezielte Erfassung von Verzerrungsanteilen, die während der Verstärkung entstehen, damit die Schaltung diese korrigieren kann. Luxman verbindet damit den Anspruch, die Präzision einer sorgfältig ausgelegten Gegenkopplung mit einem möglichst unangestrengten musikalischen Ausdruck zusammenzubringen.

Dass diese Arbeit auch im kleinen Signal der Vorstufe beginnt, macht den technischen Reiz aus. Ein leiser Ausklang trägt ebenso Information wie ein kräftiger Schlag auf die Snare, stellt die Schaltung aber vor andere Anforderungen als ein großer Pegelsprung. Eine hochwertige Verstärkerkonstruktion muss mit beidem umgehen können, während die Lautstärke weit unterhalb dessen liegt, was ihre Leistungsdaten maximal erlauben. Gerade wer häufig abends hört, kann mit diesem Ansatz mehr anfangen als mit einer zusätzlichen imposanten Zahl auf dem Karton. Für die eigentliche Lautsprecherarbeit setzt Luxman auf eine Class-AB-Endstufe mit dreistufiger Darlington-Schaltung und bipolaren Ausgangstransistoren in vierfach paralleler Gegentaktanordnung. Pro Kanal stehen 120 Watt an acht Ohm und 220 Watt an vier Ohm zur Verfügung. Hinter der etwas sperrigen Beschreibung steckt eine Ausgangsstufe, in der mehrere parallel arbeitende Transistorpaare die Belastung teilen und die vorgelagerten Stufen den nötigen Antrieb liefern. Die deutlich steigende Leistung an vier Ohm zeigt, dass Luxman die höhere Stromanforderung bei niedrigerer Lastimpedanz konstruktiv berücksichtigt.

Die Versorgung übernimmt ein eigens spezifizierter EI-Kerntransformator mit 600 VA, unterstützt von acht Siebkondensatoren mit jeweils 10.000 Mikrofarad. Zusammen ergeben sie eine Kapazität von 80.000 Mikrofarad, die als Energiespeicher und zur Glättung der Versorgung dient. Bei dynamischen Signalen ändern sich die Anforderungen an das Netzteil laufend; ein großzügiger Aufbau soll dabei helfen, die Versorgungsspannungen auch dann stabil zu halten, wenn die Ausgangsstufe kräftig Strom verlangt. Der Aufwand wird verständlich, sobald man sich vorstellt, wie viel gleichzeitig in einer dichten Aufnahme passiert und welche Pegelspitzen darin stecken können. Besonders schön ist, dass Luxman diese Überlegungen bis zu den Lautsprecheranschlüssen weiterführt. Große Lautsprecherrelais sind zur Verringerung des Kontaktwiderstands parallel geschaltet, während interne Leitungen mit 3,5 Quadratmillimetern Querschnitt direkt zu den Terminals führen. Das sind Details, die auf einem Produktfoto leicht verschwinden, elektrisch aber einen klaren Zweck haben: den Widerstand im Ausgangsweg gering zu halten. Der angegebene Dämpfungsfaktor von 330 gehört in diesen Zusammenhang und beschreibt das Verhältnis von Lastimpedanz zu Verstärkerausgangsimpedanz unter den jeweiligen Messbedingungen.

Für den Musikabend zählt, was diese Konstruktion ermöglichen soll: dass eine Basslinie ihren Rhythmus behält, während darüber Stimmen, Gitarren und Becken ihren eigenen Platz beanspruchen, und dass der Wechsel vom zurückgenommenen Beginn zum großen Refrain seine Spannung bekommt. Wer bei einer vertrauten Aufnahme längst weiß, wann der Bass einsetzt oder wie die Stimme vor dem Refrain Luft holt, hört an solchen Stellen besonders genau hin. Diese Erwartung, dass einen ein Album auch beim hundertsten Mal noch erwischen kann, passt sehr gut zum Aufwand, den Luxman hier betreibt. Mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit verdient die Lautstärkeregelung LECUA-EX, denn sie sitzt an einer Stelle, die du bei jedem Hören benutzt. Der große Drehknopf arbeitet als präziser Drehgeber, dessen Bewegung elektronisch erfasst wird; die Pegeländerung selbst übernehmen geschaltete Festwiderstände im analogen Signalweg. Für jeden Kanal wird die passende Widerstandskombination eingestellt. Damit hängt die Dämpfung an definierten Bauteilwerten, was eine präzise und gut reproduzierbare Einstellung ermöglicht.

Zur Verfügung stehen 88 Stufen von minus 87 bis null Dezibel, jeweils in Ein-Dezibel-Schritten, ergänzt um die Stummschaltung. Die Anzeige zwischen den Zeigerinstrumenten zeigt den eingestellten Dämpfungswert, sodass du eine passende Einstellung auch vom Sofa aus wiederfindest. Das Ansprechverhalten beim Drehen lässt sich über eine Beschleunigungseinstellung anpassen, und auch das Verhalten bei länger gedrückter Lautstärketaste der Fernbedienung ist einstellbar. Solche Feinheiten merkt man vor allem im Alltag, wenn eine schnelle Pegeländerung ebenso selbstverständlich funktionieren soll wie die kleine Korrektur bei einer leisen Aufnahme.

Die eigens entwickelte, gewichtete Drehmechanik gibt dieser elektronischen Steuerung eine ausgesprochen sinnliche Bedienoberfläche. Der Zusammenhang zwischen Handbewegung und Musik bleibt unmittelbar, obwohl dahinter ein aufwendiges Widerstandsnetzwerk arbeitet. Gerade darin liegt ein guter Teil der Anziehungskraft des L-509Z: Technische Präzision bekommt eine Form, mit der man gerne umgeht, und selbst eine alltägliche Handlung wie das Einstellen der Lautstärke erhält Aufmerksamkeit.

Auch auf den Audioplatinen finden sich Entscheidungen, für die man etwas genauer hinsehen muss. Luxman verwendet auf den Verstärkerplatinen eine Peel-Coat-Ausführung mit 100 Mikrometer starken Kupferauflagen und vergoldeten Leiterbahnen, wobei auf den üblichen Lötstopplack verzichtet wird. Damit will der Hersteller die dielektrischen Einflüsse dieser Beschichtung vermeiden. Hinzu kommt die sogenannte Beeline Construction, bei der die Schaltung auf möglichst direkte Signalwege ausgelegt wird. Das sind konkrete Beispiele dafür, wie weit die Entwicklungsarbeit über die Auswahl der großen, gut sichtbaren Komponenten hinausgeht. Für Vinyl ist eine Phonostufe integriert, die MM- und MC-Tonabnehmer unterstützt und bei MC zwei unterschiedliche Einstellungen bietet. MM arbeitet mit 47 Kiloohm Abschlussimpedanz und einer angegebenen Eingangsempfindlichkeit von 2,5 Millivolt. Bei MC-H sind es 100 Ohm und 0,3 Millivolt, bei MC-L 40 Ohm und 0,1 Millivolt. Es ändern sich also sowohl die Verstärkungsbedingungen als auch der elektrische Abschluss, wodurch sich die Phonostufe an unterschiedliche MC-Systeme anpassen lässt.

Bei der Wahl der passenden Stellung lohnt sich ein Blick auf die Ausgangsspannung und die empfohlene Last des Tonabnehmers. Gerade bei MC-Systemen gehört diese Abstimmung zur Zusammenstellung einer stimmigen Analogkette. Der L-509Z gibt dir dafür zwei klar definierte Möglichkeiten und macht damit auch einen späteren Tonabnehmerwechsel interessant, sofern dessen Anforderungen zu einer der vorhandenen Einstellungen passen. Die zentrale Rolle des Verstärkers bleibt dabei erhalten, während sich am Plattenspieler neue Kombinationen ausprobieren lassen.

Zur Phono-Ausstattung passen die per Fernbedienung schaltbare Mono-Funktion und das Subsonicfilter. Mono kann bei entsprechenden Platten zur passenden Wiedergabe beitragen; das Subsonicfilter reduziert sehr tiefe Störanteile, wie sie beispielsweise durch verwellte Schallplatten entstehen können und sich manchmal als deutliche Tieftönerbewegung zeigen. Auch die Stummschaltung ist direkt an der Front erreichbar. Wer regelmäßig mit Schallplatten hört, wird diese Verbindung aus Schaltungsaufwand und praktischer Bedienung zu schätzen wissen.

Eine weitere Besonderheit steckt in der Klangregelung, denn neben Bass und Höhen lässt sich auch der Mitteltonbereich beeinflussen. Der zusätzliche Regler arbeitet um 760 Hertz, der maximale Einstellbereich beträgt wie bei den beiden anderen Bändern plus/minus acht Dezibel. Damit bekommst du Zugriff auf einen Bereich, der viel zum Körper von Stimmen und Instrumenten beiträgt. Eine sparsame Korrektur kann hilfreich sein, wenn eine Aufnahme zu dünn wirkt oder die Kombination aus Lautsprecher und Raum eine bestimmte tonale Tendenz mitbringt.

Das passt zu einer Anlage, die im Wohnzimmer steht und dort Musik aus sehr unterschiedlichen Jahrzehnten spielt. Eine dicht produzierte aktuelle Veröffentlichung und eine schlank aufgenommene Platte aus den Siebzigern bringen andere Voraussetzungen mit, und manchmal möchte man genau darauf reagieren. Für geringe Hörlautstärken steht außerdem eine Loudness-Funktion bereit, die Bass und Höhen anhebt und damit der veränderten Empfindlichkeit unseres Gehörs bei kleinen Pegeln entgegenkommt. Du kannst die Wiedergabe an den jeweiligen Abend anpassen, ohne dafür die ganze Anlage neu abzustimmen.

Über Line Straight lassen sich die entsprechenden Bearbeitungsfunktionen umgehen. Dabei werden auch Balance, Mono, Subsonicfilter und Loudness außer Funktion gesetzt, sodass sich eine direkte Wiedergabe mit einem Tastendruck wählen lässt. Die Klangregelung bleibt als Möglichkeit verfügbar, wenn sie gebraucht wird, und der Wechsel ist schnell genug, um eine Einstellung mit der unveränderten Wiedergabe zu vergleichen.

Auf der Rückseite warten vier Cinch-Hochpegeleingänge und zwei symmetrische XLR-Eingänge auf deine Quellen. Ein Streamer mit Analogausgang lässt sich ebenso anschließen wie ein separater DAC oder ein CD-/SACD-Player; der Plattenspieler bekommt seinen eigenen Phonoeingang. Für LINE-1 und LINE-2 verwendet Luxman besonders aufwendige Cinchbuchsen aus einer Kupferlegierung, die hohe Leitfähigkeit mit mechanischer Festigkeit verbinden soll. Auch hier bekommt ein unscheinbares Bauteil mehr Aufmerksamkeit, als seine Größe vermuten lässt.

Zwei Vorstufenausgänge und ein Main-In erweitern die Möglichkeiten über den klassischen Vollverstärkerbetrieb hinaus. Über die Pre-Outs lässt sich beispielsweise eine zusätzliche Endstufe einbinden, während die Separate-Funktion den Zugang zur internen Endstufe über Main-In freigibt. Damit kann der L-509Z auch Teil einer Anlage mit externer Vorstufe oder eines passenden AV-Konzepts werden; bei Verwendung des direkten Endstufeneingangs übernimmt die externe Vorstufe die Lautstärkeregelung. Für eine Anlage, die sich im Lauf der Jahre verändert, ist das ein nützlicher Spielraum. Die beiden schaltbaren Lautsprecheranschlussgruppen ermöglichen zudem Bi-Wiring mit dafür vorgesehenen Lautsprechern. Dabei versorgen dieselben internen Endstufen beide Anschlussgruppen, während getrennte Kabel zu den entsprechenden Lautsprecherzweigen führen. Die großzügigen Terminals erleichtern den Anschluss kräftiger Kabel und runden einen Aufbau ab, bei dem die Verbindung zum Lautsprecher genauso ernst genommen wird wie die Verstärkung davor.

Für die Stunden mit Kopfhörer stehen eine 6,3-Millimeter-Buchse und ein zusätzlicher 4,4-Millimeter-Anschluss zur Verfügung. Bei letzterem werden die Masseleitungen von linkem und rechtem Kanal getrennt geführt, um gegenseitige Beeinflussungen über einen gemeinsamen Rückleiter zu verringern. Die zugrunde liegende Verstärkerschaltung arbeitet unsymmetrisch; die Besonderheit liegt in dieser getrennten Masseführung, die sich mit einem entsprechend verkabelten Kopfhörer nutzen lässt. Ein kleiner, technisch sauber nachvollziehbarer Kniff, der auch den Kopfhörerbetrieb interessant macht. Der mechanische Aufwand ist schon von außen gut zu erkennen. Die dicke Aluminiumabdeckung trägt ein fein gezogenes Oberflächenfinish und große, einzeln eingearbeitete Lüftungsöffnungen, während vier massive Füße aus Gusseisen mit abgestufter Dichte das Gerät tragen und gegen äußere Vibrationen wirken sollen. Insgesamt bringt der L-509Z 29,4 Kilogramm auf die Waage. Mit 44 Zentimetern Breite, 19,3 Zentimetern Höhe und 46,3 Zentimetern Tiefe einschließlich Regler und Anschlüsse braucht er einen entsprechend großzügigen Platz mit freier Belüftung. Dort darf er dann auch sichtbar bleiben, denn die Proportionen der Front und das weiße Licht der Instrumente gehören zu seinem Charme. Die Anzeigen lassen sich für einen dunkleren Hörraum abschalten, und die mitgelieferte Aluminiumfernbedienung übernimmt die Bedienung vom Hörplatz sowie grundlegende Funktionen kompatibler Luxman-CD-Player. Es ist eine sehr greifbare Form von Komfort, bei der man sich schnell zurechtfindet und genauso gerne einmal aufsteht, um direkt am Gerät die Quelle oder die Lautstärke zu wählen.

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