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Onkyo P-80
Onkyo P-80
Der P-80 übernimmt die Quellenwahl und die Lautstärke und hat den Netzwerkplayer bereits eingebaut. Das Musiksignal geht von hier mit regelbarem Pegel zur Endstufe oder direkt zu einem Paar Aktivlautsprecher mit passenden Analogeingängen. Dafür stehen dir Cinchausgänge und ein Paar symmetrische Ausgänge in XLR zur Verfügung. Gerade wenn die Endstufe bei den Lautsprechern steht und der P-80 beim Plattenspieler, ist die symmetrische Verbindung interessant: Sie kann Störungen unterdrücken, die sich auf einer längeren Leitung einfangen. Der Nennpegel liegt bei 2 Volt über XLR und bei 1 Volt über Cinch, jeweils bei 220 Ω Ausgangsimpedanz. Die M-80 aus derselben Reihe passt auch im Alltag dazu, weil sie sich über die Steuerspannung von 12 Volt gemeinsam mit der Vorstufe einschalten lässt. Das funktioniert ebenso mit anderen Endstufen, die einen passenden Triggereingang haben.
Richtig interessant wird der Onkyo, wenn du mit der Anlage auch unten herum etwas vorhast. Am P-80 kannst du bis zu zwei aktive Subwoofer anschließen. Im Grundbetrieb bekommen beide dasselbe Basssignal. Der Gewinn liegt in der Aufstellung: An zwei sinnvoll gewählten Positionen regen sie unterschiedliche Raummoden an und können den Bass über mehrere Sitzplätze gleichmäßiger machen. Wenn sie sauber eingebunden sind, hört man sie kaum als eigene Schallquelle heraus. Bei einer guten Aufnahme willst du schließlich hören, wie der Finger die Saite des Kontrabasses loslässt und wie der Ton im Korpus aufblüht, auch wenn er bis in den Bauch reicht. Damit das gelingt, müssen sich die Subwoofer und die Hauptlautsprecher im Bereich der Übergangsfrequenz gut ergänzen, und dafür bringt der P-80 mehr mit als die passenden Buchsen.
Das beiliegende Mikrofon und Dirac Live sind der Einstieg. Die enthaltene Lizenz korrigiert von 20 bis 500 Hz und setzt damit dort an, wo viele Wohnräume den stärksten Einfluss auf die Wiedergabe haben. Dirac misst an mehreren Positionen rund um den Hörplatz und bezieht neben dem Frequenzgang auch die Impulsantwort ein. Drei Filterprofile lassen sich im Gerät ablegen und mit der unkorrigierten Wiedergabe vergleichen. Wer über 500 Hz hinaus korrigieren möchte, kann die Lizenz auf den gesamten Frequenzbereich erweitern. Für die gezielte Abstimmung der Subwoofer gibt es zusätzlich das optionale Dirac Live Bass Control. Es berechnet unter anderem Pegel, Laufzeiten und Phasenfilter für das Zusammenspiel mit den Hauptlautsprechern. Gerade bei zwei Subs ist das interessant, weil ein Bass, der sich an einem Platz sauber addiert, sich ein Stück weiter teilweise auslöschen kann. Die Position im Raum bleibt entscheidend, aber die Feinarbeit lässt sich mit Messung und Filtern deutlich gezielter angehen.
Die Phonostufe sitzt auf einer eigenen Platine, weit vom Netztrafo entfernt. Das ergibt gerade bei MC Sinn, wenn die Musik mit ein paar Zehntel Millivolt am Eingang ankommt und jedes eingefangene Brummen mitverstärkt würde. Der kleine Umschalter hinten wechselt zwischen MM mit 47 kΩ und MC mit 110 Ω. Den Verstärkerzweig für Tonabnehmer mit beweglicher Spule hat Onkyo aus Einzelbauteilen aufgebaut. Bei so einem System lohnt es sich, vorab auf die empfohlene Abschlussimpedanz zu schauen. Passt der Tonabnehmer zur eingebauten Stufe, braucht es für Vinyl kein weiteres Kästchen. Die drei analogen Hochpegeleingänge lassen dir trotzdem Platz für einen externen Phonovorverstärker oder einen Zuspieler, den du lieber über seinen eigenen Wandler hörst.
Für analoge Quellen gibt es vorne den Kippschalter mit der Aufschrift Direct. In dieser Stellung bleibt das Signal vom Phonoeingang oder einem analogen Zuspieler bis zum Ausgang analog. Wer die digitale Einmessung auch für seine Platten nutzen will, kann das tun; dann wird das Signal für die Bearbeitung gewandelt. Bemerkenswert ist, dass Onkyo seine Schaltung namens DIDRC gleich an zwei Stellen einsetzt: im analogen Filter hinter dem AK4452 von AKM und in der Phonostufe. Hochfrequente Störanteile können in nichtlinearen Stufen tiefere Mischprodukte erzeugen, die bis in den Hörbereich reichen. DIDRC ist darauf ausgelegt, sehr schnellen Signaländerungen zu folgen und solche Effekte zu begrenzen.
Im Alltag ist der P-80 schnell erklärt. Für ein Album aus Spotify, TIDAL oder Qobuz kannst du den Onkyo direkt aus der jeweiligen App anwählen. Wenn du deine Sammlung mit Roon verwaltest, ist der P-80 als Roon Ready zertifiziert und lässt sich direkt als Abspielgerät einbinden. Die Verbindung zum Heimnetz läuft wahlweise über WLAN oder Ethernet. Über HDMI ARC spielt auch der Fernseher über die Anlage; mit einem kompatiblen Gerät und aktiviertem HDMI CEC geht die Lautstärke weiter über die gewohnte Fernbedienung. Titel und Cover bleiben in der App, auf der Front genügt ein Blick auf die Anzeige für den gewählten Eingang. Und wenn du mit der Fernbedienung lauter machst, dreht der große motorisierte Regler am Gerät mit. Ein kleines Detail, das uns an dieser ziemlich modernen Vorstufe besonders gut gefällt.
Unsere Meinung: Den P-80 würden wir uns besonders dann ansehen, wenn die Lautsprecher und die Endstufe bereits gesetzt sind und die Anlage trotzdem wieder ein gutes Stück interessanter werden soll. Er kann einer vertrauten Kombination Streaming und Fernsehton beibringen, lässt beim Plattenspieler einen durchgehend analogen Weg offen und gibt dir die Werkzeuge, um einen oder zwei Subwoofer sauber einzubinden. Wer mit Aktivlautsprechern neu plant, kommt mit derselben Vorstufe sogar mit sehr wenigen Geräten aus. Uns gefällt daran vor allem, dass du dir über die Jahre aussuchen kannst, wo du ansetzen willst. Und wenn der Bass nach der Einmessung endlich zum Rest der Anlage passt, kann das sehr viel mehr Freude machen als der nächste Karton im Vorzimmer.
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