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Revival Audio Atalante 5

Revival Audio Atalante 5

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Die Revival Audio ATALANTE 5 hat diese Mischung aus Wohnlichkeit und technischer Direktheit, die einen Lautsprecher sofort begehrenswert macht: Auf dem Walnussfurnier darf der Blick eine Weile liegen bleiben, bevor er unweigerlich bei dem großen Basalttieftöner hängen bleibt. Mit seinen 30 Zentimetern Durchmesser bestimmt er die Proportionen der Front und weckt eine ziemlich konkrete Erwartung an das nächste Album. Ein Basslauf soll Gewicht bekommen, ein Schlagzeug darf Raum beanspruchen, und bei einer guten Liveaufnahme möchte man auch ein wenig von der körperlichen Energie des Konzerts mitnehmen.

Dass dieser Lautsprecher aus Frankreich kommt, zeigt sich sowohl in seiner Gestaltung als auch in der Eigenständigkeit seiner Entwicklung. Revival Audio wurde Ende 2021 von Daniel Emonts und Jacky Lee gegründet, wobei Emonts mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung aus der Entwicklung hochwertiger Audioprodukte mitbringt. Die entscheidenden Technologien entstehen im eigenen Entwicklungslabor im Elsass, und die ATALANTE-Lautsprecher werden in Frankreich entwickelt und montiert. Für die ATALANTE 5 bedeutet das, dass ihre Chassis und deren Zusammenspiel von Anfang an als zusammengehöriges System gedacht sind.

Die äußere Form entstand gemeinsam mit dem Pariser Studio A+A Cooren. Die breite Schallwand und das ausgewählte Walnussfurnier geben ihr die Selbstverständlichkeit eines guten Möbelstücks, während das umlaufende Band mit dem seitlich gesetzten Markenzeichen die großen Flächen gliedert. Zwei getrennte Stoffabdeckungen erlauben es, die technische Seite der Front nach Wunsch mehr oder weniger sichtbar zu lassen. Gerade diese Verbindung aus großzügigen Proportionen und feinen gestalterischen Details macht die ATALANTE 5 auch dann interessant, wenn man einen Raum mit ebenso viel Sorgfalt einrichtet wie die Anlage darin.

Akustisch arbeitet sie als ausgewachsener Dreiwegelautsprecher mit klar verteilter Verantwortung. Der Zwölfzoll-Tieftöner übernimmt das Fundament, darüber arbeitet eine ungewöhnlich große 75-Millimeter-Mitteltonkalotte, während eine 28-Millimeter-Kalotte die hohen Frequenzen wiedergibt. Die Übergänge liegen bei 450 und 3.500 Hertz. Dadurch bekommt der Mitteltöner einen weiten Arbeitsbereich, in dem ein wichtiger Teil der Artikulation von Stimmen und der Klangfarben vieler Instrumente liegt. Diese Aufteilung ist einer der interessantesten Gründe, sich mit der ATALANTE 5 zu beschäftigen.

Der große Tieftöner bringt zunächst einen ganz handfesten Vorteil mit: Eine große Membranfläche kann eine bestimmte Luftmenge mit weniger Auslenkung bewegen als eine kleinere. Das ist eine gute Ausgangslage, wenn tiefe Frequenzen auch bei kräftigeren Pegeln sauber wiedergegeben werden sollen. Wie überzeugend ein Chassis diese Aufgabe erfüllt, hängt allerdings ebenso von seinem Antrieb und der Membrankonstruktion ab. Genau dort wird die ATALANTE 5 technisch besonders spannend, denn Revival Audio verwendet für diesen Tieftöner eine selbst entwickelte Basalt-Sandwichmembran.

BSC steht für Basalt Sandwich Construction. Das sichtbare Gewebe besteht aus Fasern, die aus Basaltgestein gewonnen werden, und wird mit einer dämpfenden Polymerverklebung, einer speziellen Filzschicht und einer stützenden Schaumstruktur kombiniert. Die einzelnen Materialien übernehmen dabei unterschiedliche Aufgaben: Das Basaltgewebe liefert Steifigkeit, während die übrigen Schichten unerwünschte Schwingungen innerhalb der Membran bedämpfen und die Konstruktion unterstützen. Für einen großen Konus ist diese Verbindung wichtig, weil er dem elektrischen Signal folgen und innerhalb seines Arbeitsbereichs möglichst als zusammenhängende Fläche schwingen soll.

Zum Chassis gehört ein besonders offen gestalteter, asymmetrischer Korb, der hinter der Membran viel freien Querschnitt lässt. Der Antrieb verwendet einen kräftigen Ferritmagneten; die Masse des Magneten und der umgebenden Metallteile hilft zugleich dabei, Wärme aus dem Bereich der Schwingspule aufzunehmen. Hinter der markanten Membran steckt damit ein Aufwand, der bis in die Luftführung und die thermischen Arbeitsbedingungen reicht. Das passt zu einem Lautsprecher, der auch mit energiereicher Musik und größeren Dynamiksprüngen umgehen soll.

Mindestens ebenso faszinierend ist die große Mitteltonkalotte, die der ATALANTE 5 einen wesentlichen Teil ihrer technischen Identität gibt. Mit 75 Millimetern Durchmesser ist sie für die Wiedergabe eines breiten Mitteltonbereichs ausgelegt und wird vom großen Tieftöner von der Arbeit unterhalb von 450 Hertz entlastet. Die Form ihrer Aufhängung und die spezielle RASC-Beschichtung sind darauf abgestimmt, ihr Schwingungsverhalten und die Abstrahlung zu kontrollieren. Allein der Ferritmagnet dieses Chassis misst 140 Millimeter im Durchmesser und ist damit deutlich größer als die sichtbare Kalotte auf der Front.

Bei einer weichen Kalotte spielt ihre Beschichtung eine wichtige Rolle für das Verhalten bei unterschiedlichen Frequenzen. Revival Audio entwickelt die RASC-Rezeptur selbst und stimmt sie auf die jeweilige Aufgabe des Chassis ab. Dabei geht es unter anderem darum, unerwünschte Teilschwingungen zu kontrollieren und einen möglichst gleichmäßigen Verlauf der Wiedergabe zu erreichen. Für Musik ist das gerade im Mittelton reizvoll, weil kleine Veränderungen in diesem Bereich stark beeinflussen, wie eine Stimme artikuliert oder wie deutlich sich die Klangfarbe einer Gitarre von der eines Klaviers unterscheidet.

Ein weiterer Teil der Entwicklung findet hinter den Kalotten statt. Auch deren Rückseite erzeugt Schall, der in einem ungünstig gestalteten Hohlraum reflektiert werden und die Bewegung der Membran beeinflussen kann. Mit ARID im Hochton und ARID+ im Mittelton setzt Revival Audio auf eigens geformte innere Strukturen, die diese rückwärtigen Schallanteile gezielt in eine bedämpfte Rückkammer führen. Die Geometrie der ARID+-Struktur wurde mithilfe von Akustiksimulationen in COMSOL entwickelt. So widmen sich die Entwickler einem Teil des Chassis, den man beim Hören überhaupt nicht sieht, der für dessen Arbeitsbedingungen aber wesentlich ist.

Der 28-Millimeter-Hochtöner kombiniert seine RASC-behandelte weiche Kalotte ebenfalls mit einer speziell ausgeführten Aufhängung und einer großen rückwärtigen Kammer. Die Aufhängungsgeometrie ist auch auf das Abstrahlverhalten bei hohen Frequenzen abgestimmt. Bei einem Lautsprecher für einen Wohnraum ist dieser Aspekt besonders interessant, weil neben dem direkten Schall auch die über den Raum zurückkommenden Anteile zum Höreindruck beitragen. Die Entwicklung der ATALANTE 5 beschäftigt sich deshalb ebenso mit dem Verhalten der einzelnen Chassis außerhalb der unmittelbaren Hörachse.

Damit aus drei Chassis ein musikalisch geschlossenes Ganzes wird, braucht es eine passende Frequenzweiche. Revival Audio entwickelt deren Abstimmung mit realen Bauteilen auf einem Versuchsaufbau und verbindet Messungen mit wiederholten Hörvergleichen, bevor die Werte weiter verfeinert werden. Entscheidend ist dabei das akustische Zusammenspiel der Treiber an den Übergängen, denn deren Pegel und Phasenlage müssen zusammenpassen. Schon der Grundton einer tiefen Männerstimme liegt unterhalb des Übergangs zum Mitteltöner, während wesentliche Anteile ihrer Artikulation darüber liegen. Für eine zusammenhängende Stimmenwiedergabe müssen deshalb auch Bass und Mittelton sorgfältig aufeinander abgestimmt sein. Bei der Verdrahtung bleibt die Auswahl ebenfalls konkret: In den Weichen der ATALANTE-Modelle verwendet Revival Audio Skyline-Hybrid-Leitungen von Van den Hul.

Für die ATALANTE 5 nennt der Hersteller einen Frequenzbereich von 28 Hertz bis 22 Kilohertz bei der angegebenen ±3-dB-Toleranz. Gerade die untere Grenze macht deutlich, wie weit die Ambition dieses Lautsprechers reicht. Wer elektronische Musik mit tiefem Fundament hört oder die unteren Lagen eines großen akustischen Ensembles schätzt, findet hier eine entsprechend ausgelegte Konstruktion. Wie sich dieses Potenzial zu Hause entfaltet, hängt auch vom Raum und der Position der Lautsprecher ab; deshalb lohnt es sich, dem großen Tieftöner bei der Aufstellung dieselbe Aufmerksamkeit zu schenken wie den beiden Kalotten.

Revival Audio empfiehlt die ATALANTE 5 als Orientierung für Räume von etwa 30 bis 60 Quadratmetern. Mit 71 Zentimetern Gehäusehöhe, 42 Zentimetern Breite und 35,5 Zentimetern Tiefe besitzt sie dafür reichlich Volumen, ohne auf die übliche Form eines hohen, schmalen Standlautsprechers zurückzugreifen. Pro Stück wiegt sie 33 Kilogramm. Gerade mit etwas Freiraum um die Gehäuse kommen ihre Proportionen gut zur Geltung, während sich zugleich der Einfluss benachbarter Wände auf den Bass besser abstimmen lässt.

Für die niedrige Aufstellung ist eine Holzbasis vorgesehen, die das Gehäuse um acht Grad nach hinten neigt und die Abstrahlung entsprechend zum Hörplatz ausrichtet. Als Alternative gibt es den separat erhältlichen ATALANTE 5 Stand, dessen stabile Metallkonstruktion den Lautsprecher um rund 40 Zentimeter anhebt. Damit lässt sich die Aufstellung an die Sitzhöhe und den gewünschten Höraufbau anpassen. Der offene Bereich unter dem Gehäuse gibt der Kombination dabei eine gewisse Leichtigkeit und bietet nebenbei einen schönen Platz für einige ausgewählte Platten.

Die Anordnung von Hoch- und Mitteltöner ist seitlich versetzt und bei einem Paar spiegelbildlich ausgeführt. Dadurch lohnt sich neben dem Abstand und der Einwinkelung auch die Beschäftigung damit, welche Ausrichtung im eigenen Raum die überzeugendere Mitte und räumliche Staffelung ergibt. Revival Audio beschreibt im Handbuch unterschiedliche Anordnungen je nach Abstand zwischen den Lautsprechern. Für die Wandabstände nennt der Hersteller etwa einen halben Meter als Ausgangspunkt. Die mitgelieferten Stopfen für die Bassreflexöffnungen bieten zusätzlich eine Möglichkeit, die Bassabstimmung bei wandnäherer Aufstellung zu beeinflussen.

Bei der Verstärkerwahl sind die elektrischen Daten aussagekräftiger als die Gehäusegröße. Die Empfindlichkeit liegt bei 89 Dezibel, bezogen auf 2,83 Volt in einem Meter Entfernung; die Nennimpedanz beträgt vier Ohm und sinkt laut Hersteller bis auf 3,2 Ohm bei 110 Hertz. Ein Verstärker mit solider Stromlieferfähigkeit an Vier-Ohm-Lasten ist deshalb eine sinnvolle Grundlage. Revival Audio nennt etwa 30 bis 50 Watt als Einstieg und eine Belastbarkeit von 200 Watt, wobei Hörabstand und gewünschter Pegel darüber entscheiden, wie viel Leistungsreserve im konkreten System sinnvoll ist.

Der Anschluss erfolgt über ein Single-Wiring-Terminal, das Bananenstecker, Kabelschuhe oder passend vorbereitete blanke Leiter aufnimmt. Dadurch bleibt die Verbindung zwischen Verstärker und Lautsprecher übersichtlich, und man kann seine Aufmerksamkeit auf die Wahl der Elektronik und die Aufstellung richten. Gerade bei einer Konstruktion mit diesem Tiefgang und dieser Membranfläche steckt dort viel Potenzial für die Abstimmung der gesamten Anlage.

Der musikalische Reiz eines solchen Konzepts liegt für uns im Zusammenspiel von großem Fundament und einem eigenständig entwickelten Mitteltonbereich. Bei einem Livealbum trägt der Bass einen Teil der körperlichen Energie, während die Atmosphäre ebenso an der Stimme und den hörbaren Abständen zwischen den Musikern hängt. Eine dichte elektronische Produktion verlangt wiederum nach tiefer Reichweite und danach, dass kleine rhythmische Ereignisse darüber nachvollziehbar bleiben. Die ATALANTE 5 verbindet für solche Aufgaben einen großen Tieftöner mit einer aufwendigen Kalottentechnik, die schon für sich eine nähere Beschäftigung verdient.

An ihr gefällt uns außerdem, dass die sichtbare Technik zum Charakter des Lautsprechers gehört. Das Basaltgewebe und die großen Kalotten dürfen genauso Teil des Wohnraums sein wie das Furnier und die sorgfältig gestalteten Abdeckungen. Wer Freude an analogen Geräten, guten Möbeln und einer bewusst zusammengestellten Musiksammlung hat, wird wahrscheinlich verstehen, warum man vor einem solchen Lautsprecher auch einmal stehen bleibt, obwohl die Anlage gerade ausgeschaltet ist.

Die Revival Audio ATALANTE 5 passt zu einer Art des Musikhörens, bei der ein Album Raum und Aufmerksamkeit bekommen darf. Ihre Konstruktion macht neugierig auf die nächste Aufnahme, und ihre Gestaltung gibt ihr einen Platz im Zuhause, den man gerne freihält. Man stellt den Sessel zurecht, sucht eine Platte aus und lässt den Blick noch einmal über die großen Gehäuse wandern, bevor die Musik beginnt.

Dieses Produkt ist exklusiv nur nach einem Beratungsgespräch bei uns in unserer HiFi-Geschäft erhältlich. Ein Versand ist leider nicht möglich.

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